Gorillas in der Schule

Gesundheits- und Förderprogramm begeistert Grund- und Mittelschüler

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Unter "Gorillas": Jugendsozialarbeiter Joachim Koch (blauer Pullover) und rechts daneben Tobias Kupfer (Geschäftsführer Gorillas) beim Skaten mit Schülern.

Waldram – Gorillas sind grün. Außerdem leben sie gesund, und sind sportlich: Jüngst besuchten sie die Grund- und Mittelschule in Waldram, um dort den Schülern auf die Sprünge zu verhelfen. 20 sportliche Mitarbeiter der Firma „Gorilla“ aus Wolfratshausen veranstalteten dort einen Projekttag. Die Schüler aller Klassen konnten dort Skaten, Kicken, Frisbee werfen oder sich im „Parcours“ austoben. Und zum Frühstück und Mittagessen gab es freilich Salat und Obst und dazu reichlich Wasser zu trinken.

Auf dem Pausenhof vor der Waldramer Grund- und Mittelschule stehen sechs Rampen aufgestellt. Darüber flitzen die Schüler, ausgestattet mit Helm und Schonern. Daneben steht Sportlehrer Philipp Hothka, passt auf und lobt den Aktionstag: „Jeder kann nach seinen persönlichen Neigungen hier Gleichgewicht und seine koordinativen Fähigkeiten trainieren.“

Während die einen über Rampen rasen, tippeln andere auf dem Sportplatz mit einem Fußball und in der Sporthalle schreiten wieder andere zum Tanz. 120 Schüler der Mittelschule sowie zwei Klassen aus der Montessori Schule Dietramszell nutzten den Aktionstag der „Gorillas“ um sich einmal richtig auszutoben. Was auf den ersten Blick nach Freizeitangeboten auf dem Rummelplatz aussieht, stellt sich als Gesundheitsförderungs- und Bildungsprogramm heraus, wie der Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH, Tobias Kupfer, erklärt. „Unsere Kernthemen sind Bewegung, gesunde Ernährung und nachhaltiges Konsumverhalten“, erklärt er. Dafür stehe „Gorilla Deutschland“.

Nur zehn von 120 Schülern frühstücken

Die Zielgruppe sind Kinder und junge Erwachsene im Alter von zehn bis 15 Jahren. Nicht ohne Grund, wie Kupfer erklärt: „Sie glotzen in ihre Handys und ernähren sich schlecht.“ Das bringt die „Gorillas“ auf die Palme und deshalb wollen sie dafür einen „Gegenpol bilden“, betont Kupfer. „Wir wollen, dass die Kids wieder raus gehen.“ Aber damit nicht genug – auch die Umwelt liegt den „Gorillas“ am Herzen und dafür sensibilisieren sie ebenfalls. Während am Vormittag die Bewegung in Form von Frisbee spielen, Skaten und Parcours im Vordergrund steht, wird am Nachmittag Umweltschutz (Plastikvermeidung), Nachhaltigkeit und über Gesundheit informiert und in Lern-Ateliers geschult. Der Grund klingt plausibel, nachdem Kupfer erschreckende Zahlen nennt: Von den 120 Schülern hoben nur zehn die Hand, als sie gefragt wurden – „Wer hat heute morgen gefrühstückt“, berichtet Kupfer und schüttelt den Kopf. „Das ist schon verrückt.“ Mit leeren Magen in die Schule zu gehen ist für den ehemaligen Weltmeister im Freeskating aus Egling nicht fassbar. „Sie haben keine Power und können sich auch nicht konzentrieren.“

Daher wollen die „Gorillas“ den „Kids“, wie sie die Schüler nennen, Vernunft beibringen. Zum Mittagsbuffet spricht Kupfer mit den Schülern weiter in ihrer vermeintlichen Jugendsprache und ruft zum „Mega-Krassen-Buffet“ auf. Auf Tischen reihen sich Genua-, Brokkoli-, Tomaten und Spinat- und Rucola-Salate. Daneben Rote Beete und Kräuterkäse und Gelbe Rüben und Gurken zum Dippen. Und das Wichtigste: Trinken. Dafür schenkte die Firma „Gorilla“ jedem Schüler eine Trinkflasche, mit dem Aufdruck „Drink Water“ (zu deutsch: „Trink Wasser“).

Der elfjährige Fabio steht am Buffet und schaufelt sich Salat auf einen grünen Teller. Ihm schmeckt der Aktionstag besonders gut, erzählt der Schüler. Als „wunderbar“ und „cool“ lobt der Fünft­klässler den Projekttag der Schule. Fabio hatte vor dem Mittagessen beim sogenannten Beatboxing mitgemacht. Anders als beim herkömmlichen Gesang werden dabei mit Mund, Nase und Rachen musikalische Instrumente wie etwa das Schlagzeug rhythmisch imitiert.

Neben Fabio steht Joachim Koch, der Jugendsozialarbeiter der Schule. Ihm ist es unter anderem zu verdanken, dass die „Gorillas“ heute an der Schule mit ihren sportlichen Angeboten herumturnen. Billig ist der ganztägige Aktionstag nicht: 10.000 Euro steht am Ende des Tages auf der Rechnung. Die Schule musste nichts bezahlen, die Kosten übernehmen Sponsoren wie eine Krankenkasse. Allerdings musste sich die Mittelschule dafür bewerben – und hatte Glück.

„Es ist gut für die Persönlichkeitsentwicklung und das Selbstbewusstsein“, lobt Koch den Projekttag der „Gorillas“. Dies sei insbesondere an einer Mittelschule im direkten Vergleich mit dem Gymnasium wichtig, meint Koch und betont: „Auch unsere Schüler werden Erfolg im Leben haben.“Daniel Wegscheider

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