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„Es gibt nur eine Möglichkeit Raser zu bremsen. Blitzen.“

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Ein klares „Nein“ zu Bodenschwellen hallte aus dem Sitzungsoval des jüngsten Bau- und Umweltausschusses, als die Einführung von Bodenschwellen auf Geretsrieds Straßen diskutiert wurde. Bauamtsmitarbeiter Jan Klinger bilanzierte die Vor- und Nachteile der Schwellen, die der Beruhigung des Verkehrs dienen sollen.

Das Gremium befasste sich mit der Thematik „Bodenschwellen“ infolge der Bürgerversammlung im Oktober. Damals wünschten sich einige Bürger die Errichtung solcher auf den Straßen. Ferner wandten sich Anwohner der Egerlandstraße via Brief an die Stadt und baten die Verwaltung, die Lärmbelastung von Schwellen mit der eines Kopfsteinpflasters an Fußgängerüberführungene in Relation zu setzen. Klinger berichtete, dass in der Bundesrepublik seit den 80er-Jahren Schwellen verbaut werden. „Die Bremssschwellen sind umstritten, da sie von Auto- und Radfahrern zu spät erkannt werden“, sagte Klinger. Der durch die Schwellen verursachte „Stoß“ werde als unangenehm empfunden. Und weiter: „Temposchwellen behindern Rettungs- und Winterräumdienste.“ So äußerten sich auf Nachfrage der Stadt auch der ADAC und die Polizei negativ zu dieser Methode der Verkehrsberuhigung. Auch die angestrebte Lärm- und Schadstoffverringerung beurteilte Klinger als „zweifelhaft“. Denn: „Nach dem Überfahren der Schwelle beschleuingen die Fahrzeuge wieder, was die Lärm- und Schadstoffemisson erhöht.“ Verkehrsteilnehmer seien ob der Schwellen sogar bereit, Umwege in Kauf zu nehmen. „Das verursacht in letzter Konsequenz mehr Verkehr dort, wo man ihn gar nicht haben will“, führte Klinger aus. „In Gilching wurden die Schwellen wegen massiver Anwohnerproteste sogar rückgebaut.“ Nebst müsse man die finanzielle Seite berücksichtigen, da solche Maßnahmen mit erheblichen Kosten verbunden sind. CSU-Stadtrat Franz Wirtensohn pflichtete dem bei: „Das ist schade ums Geld.“ Kategorisch lehnte auch Dominik Irmer (FW) Schwellen auf der Fahrbahn ab und berichtete aus eigener Reise-Erfahrung: „In Holland hat der Busfahrer um 7 Uhr morgens eine Schwelle übersehen – da waren alle wach.“ Irmers Konklusio: „Es gibt nur eine Möglichkeit Raser zu bremsen. Blitzen.“ Und weiter: „Wenn man zahlen muss, tut es weh.“

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