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Dem Glimmstengel die kalte Schulter zeigen

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Ein leidiges Thema: Endgültig wegkommen vom Glimmstengel. Gerade jetzt, nachdem das neue Gesundheitsschutzgesetz per Volksentscheid durchgesetzt wurde, wollen Viele das Rauchen endgültig aufgeben. Zumal es ihnen in geselliger Runde zumindest in Restaurants oder Bars ohnehin nicht mehr erlaubt ist. Genau hier setzt das neue Programm „Rauchfrei“ der Caritas an.

Die meisten Raucher, die ernsthaft vorhaben von ihrer Sucht loszukommen, haben schon einiges ausprobiert, um von der Kippe wegzukommen. Ob Nikotinpflaster, Lektüre von Ratgebern, über den harten Entzug in Eigenregie bis hin zum „Klassiker“ nach dem Motto „Ich rauche nur noch ab und zu mal eine“ – langanhaltende Erfolge stellen sich nur selten ein. Das Problem derartiger Selbsthilfemaßnahmen ist, dass die Entwöhnung häufig zu ungelenkt und einsam erfolgt. Das wissen mit Herbert Peters und Katrin Horns zwei Experten der Caritas, die das Programm im Detail vorstellten. Das Programm „Rauchfrei“ vom Institut für Therapieforschung ist ein Rauchentwöhnungskurs, der in Bad Tölz bereits zum dritten Mal angeboten wird. In sieben Sitzungen und einer individuellen Telefonbetreuung werden motivierende und kognitiv-verhaltenstherapeutische Maßnahmen verknüpft, um den Teilnehmern den Start in ein rauchfreies Leben zu ermöglichen. Die Sozialpädagogin Horns und Caritas-Mitarbeiter Peters verwiesen auf eine beachtliche Erfolgsquote. 38 Prozent der Kursteilnehmer sind nach dem Programm Nichtraucher. Das sei, so die beiden Caritas-Vertreter, im Vergleich zu anderen Entwöhnungsmethoden sehr hoch. Demnach liege die Erfolgsquote bei Selbsthilfemaßnahmen im Allgemeinen nur bei zwei bis fünf Prozent. „Das liegt daran“, so Horns, „dass meist nur motivierende Anstöße gegeben werden, jedoch keine verhaltenstherapeutischen Hilfestellungen für den „Notfall“ im Alltag zu finden sind.“ Auch der Einsatz von Nikotinpflastern sei nur in Betreuung eines Arztes sinnvoll und müsse mindestens zwei Monate lang erfolgen, um zum Ziel zu führen. Dies könne allerdings sehr teuer werden. Was den Kurs gegenüber anderen Verfahrensweisen auszeichnet, sei die individuelle Betreuung eines jeden Teilnehmers durch die Kursleiter und die Dynamik einer Gruppe mit dem selben Ziel. Hierbei spielt das Alter der Teilnehmer übrigens keine Rolle. Von Anfang 20 bis 67 Jahre lag bisher das Alter. Jeder Teilnehmer hat seine eigenen Gründe, warum er Nichtraucher werden möchte. Was allerdings allen gemeinsam ist, ist der „Rauch-Stopp-Tag“. Fällt ein Teilnehmer trotz der theoretischen Vorbereitung in alte Muster zurück, findet er in seinen Kursunterlagen eine Notfallkarte mit wichtigen Tipps. Und falls diese nicht wirken, kann er sich an die Notfallhotline wenden, die werktags bis 22 Uhr erreichbar ist. Hier geht geschultes Personal konkret auf die Situation des Rückfälligen ein. In einem Selbsttest rief Horns mit einer erfundenen Geschichte an, um sich von der Qualität der Hilfe zu überzeugen. Ihr Ergebnis: „Positiv.“ Am 13. September findet im neu umgebauten Franziskanerkloster (Klosterweg 2) von 19 bis 20 Uhr ein kostenloser Informationsabend statt. Für den Kurs anmelden kann man sich bis zum 16. September unter Tel: 08171/983040.

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