Ickinger Grüne wollen die Mehrheit

Großer Ansturm auf die Auftaktversammlung

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Die Ickinger Grünen verbreiten Aufbruchstimmung und konnten sich über jede Menge Zulauf bei ihrer Auftaktversammlung freuen.

Icking – Riesenstimmung bei den Ickinger Grünen. Freibier und Trauben von Menschen, die sich begeistert in die Arme fallen: was schon fast wie eine vorgezogene Wahlparty aussah, war eigentlich ein Beschnuppern des jungen Ortsvereins, der jünjgst sein Wahlprogramm und die Kandidaten vorstellte.

80, 90 Leute quetschten sich in den völlig überfüllten hinteren Teil des Gasthofs Rittergütl: Bürgermeisterkandidatin Laura von Beckerath-Leismüller, ließ sich von den leicht chaotischen Zuständen nicht aus der Ruhe bringen. Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Bürgerdialog: auf diese drei Säulen stützen die Ickinger Grünen ihr selbstbewusst gestecktes Ziel, nämlich auf Anhieb die Mehrheit im Gemeinderat zu erringen. Ihr Wahlprogramm fassten Leismüller und die weiteren vier Kandidaten der Spitzenplätze – Philipp Geiger, Sabrina Stör, Jörg Überla und Jovana von Beckerath – kurz zusammen. So wollen sie unter anderem einen eigenen Klimaschutzbeauftragten installieren, um den Umstieg auf erneuerbare Energie voranzutreiben und fordern ein vernünftiges Konzept zur Ortsentwicklung und Verkehrsplanung sowie mehr Begegnungsmöglichkeiten für alle Generationen. 

Den größten Nachholbedarf sehen sie aber in der Kommunikation zwischen Rathaus und Bürgern. Leismüller pochte auf die Modernisierung der Gemeinde-Website und will die Bürgerversammlung häufiger durchführen. Vor allem fordert sie, die Gemeindepolitik offener und transparenter zu gestalten. Als Negativbeispiel nannte sie die Pläne zur Neubebauung der Reithalle, die die Gemeinde in einem städtebaulichen Vertrag zusammen mit einem Investor angehen will. Am Runden Tisch wurden weitere Ideen zusammengetragen. Gleich mehrfach kam der Wunsch nach einem „Treffpunkt für alle“. Ein „Tiny House“ am Beachvolleyplatz für die Jugend wurde ebenso gefordert wie mehr Senioren-Angebote, E-Ladestationen am Bahnhof, ein Blockheizkraftwerk, Entschärfung von Verkehrs-Brennpunkten, Ausbau von Radwegen, Carpooling für häufig gefahrene Strecken, mehr bezahlbaren Wohnraum, ein Führer für lokales Einkaufen am Ort, ein jährliches Dorffest, sowie ausführliche Sitzungsprotokolle der Gemeinderatssitzungen im Internet. Leismüller will dafür sorgen, dass all diese Vorschläge nicht untergehen. „Ich nehme sie ins Rathaus mit“, versprach sie. Ob ins Bürgermeisteramt oder in den Gemeinderat, das werde sich zeigen. ha

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