Harleys wummerten durch Tölz

Großer Zuspruch beim „Harley Rock‘n’Race 2019“ am Tölzer Jailhouse / Ärger über Sperrung der Isarbrücke

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„Harley Rock’n’Race 2019“ auf dem Tölzer Moraltpark: Dort bestaunen Besucher rund 1.400 Maschinen der US-amerikanischen Kultmarke.

Bad Tölz – „Das ist keine Harley, damit kommst du mir hier nicht rein“, fegte der Sicherheitsmann den Redakteur des Gelben Blatts an, als der am Samstag mit seinem Suzuki-Roller auf den Tölzer Festplatz am Moraltpark fahren wollte. Angekommen beim „Harley Rock’n’Race 2019“ waren indes bereits über 1.400 schwere Maschinen der US-amerikanischen Kultmarke – stolz präsentiert von deren Besitzern. Da der Festplatz bereits voll war, mussten 200 weitere Harley-Fahrer ihre Bikes außerhalb abstellen.

Drei Tage lang bebte Bad Tölz unter dem Wummern der voluminösen Motoren. Das könnte ein Rekord-Besuch gewesen sein, meinte Mitorganisatorin Steffi Hörmann. Dagegen war sie sich bei den Zuschauern sicher: „Das waren mehr als im Vorjahr.“ Dafür sorgten Live-Bands und eine Motorrad-Stunt-Show. Mit organisiert haben freilich auch das Harley-Davidson Chapter Isartal, die in Gelting beheimatet sind. Beim Auf- und Abbau und vor allem bei den zahlreichen Ausfahrten: Für all jene, die einen Motorradführerschein haben, sich aber keine Harley leisten können, waren die Mitglieder dieses Harley-„Vereins“ gefragt. „Wie fährt sich so ein Bock?“ und „Wie viel PS hat der denn?“ waren Fragen, die Tour-Captain Sebastian Göhsl beantwortete. Er erklärte. Bei einer Harley spiele PS oder Geschwindigkeit keine Rolle, alleine der Hubraum sei entscheidend und „vor allem das gemütliche Fahren zählt“.

Für Unmut bei den heimischen Harley-Piloten hatte das Verbot der Stadt Bad Tölz gesorgt, dass die sogenannte Parade über die alte Isarbrücke führte. So ging’s mit gut 400 Teilnehmern nach Lenggries und dann über die neue Isarbrücke zurück zum Festplatz. „Mich ärgert die Sperrung, weil sie ein Schmarrn ist“, sagte der Tölzer Fotograf und Harley-Fahrer Karlheinz Wedhorn: „In Prag sind wir mit 1.200 Maschinen gefahren. Da wurde für uns etwa drei Stunden die Altstadt gesperrt.“ In Tölz hätte die Überfahrt der Brücke höchstens zehn Minuten gedauert. Als lediglich vorgeschoben bezeichnete der Fotograf die Sicherheitsbedenken der Stadt: „Die Leonhardifahrt ist da weitaus gefährlicher.“ Und darüber hinaus seien die Harley-Fahrer wie eine große Familie die friedlich und in guter Stimmung zusammenkommt: „In nahezu jedem bayerischen Bierzelt gibt’s da mehr Randale als bei uns.“Ewald Scheitterer

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