Großprojekte werden teurer

Stadtrat: Kosten für interkommunales Schulbad jetzt bei 18 Millionen Euro

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Werden deutlich teurer: das interkommunale Hallenbad und das davorstehende Parkdeck.

Geretsried – Ob interkommunales Hallenbad, Eisstadion oder Kindertagesstätten – bei vielen Geretsrieder Bauprojekten kommt es zu Verzögerungen und Kostensteigerungen. In der jüngsten Stadtratssitzung vor der Sommerpause nahmen Ingenieure und Planer dazu Stellung.

So verteuert sich der Bau des interkommunalen Schul- und Sportbads an der Adalbert-Stifter-Straße um rund 2,7 Millionen Euro. Ende 2017 lag die Kostenberechnung von Projektsteuerer Thomas Kaltenmark vom Stuttgarter Ingenieurbüro Klotz und Partner bei 15,3 Millionen Euro. Knapp drei Jahre später geht Kaltenmark von etwa 18 Millionen Euro aus – das entspricht einer Kostensteigerung von rund 17 Prozent.

Hallenbad eröffnet am 1. März 2021

Zudem berichtete der Projektsteuerer von Verzögerungen. So sollte der Rohbau eigentlich im Februar 2019 fertiggestellt werden, stand aber erst im August. Zwei Firmen, die mit den Estricharbeiten und dem Gerüstbau im Innenbereich beauftragt waren, habe man kündigen müssen. „Aber wir haben auch richtig gute Firmen, die Technik funktioniert hervorragend“, erklärte Kaltenmark. Laut Bürgermeister Michael Müller soll das Hallenbad nun am 1. März 2021 eröffnet werden.

Dagegen liegt der Bau des Parkdecks neben dem Hallenbad noch im Zeitplan. „Ich bin zuversichtlich, dass es vor Weihnachten fertig wird“, kündigte Kaltenmark an. Seine aktuelle Kostenprognose liegt bei vier Millionen Euro. Das sind zehn Prozent mehr als Ende 2017 berechnet. Die Steigerung erklärte Kaltenmark mit unvorhergesehenem Altmaterial, das entsorgt werden musste und Mehrkosten bei der Vergabe. Wie berichtet, hatte sich der Stadtrat entschieden, acht statt sechs Halbebenen zu bauen. So entstehen zusätzliche Parkplätze.

Eisstation: Eröffnung für Herbst geplant

Fast abgeschlossen ist die Sanierung des Heinz-Schneider-Eisstadions. „Wir sind sehr nah am Ende und wahrscheinlich im Herbst fertig“, glaubt Ingenieur Daniel Hock vom Münchner Architektenbüro Kiessler + Partner. Aufgrund einer Bauzeitenverlängerung, zusätzlich angeschafften Türen und Fliesen sowie der Entsorgung von Altlasten stieg die ursprüngliche Kostenberechnung von 7,4 auf mittlerweile 10,6 Millionen Euro an.

Viel Geld investierte die Stadt auch in die Errichtung von Kindertagesstätten und Mittagsbetreuungseinrichtungen an den Grundschulen. Um kurzfristig zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen, hat die Stadt die Kindertagesstätte „Blechkiste“ durch neue Container am Verkehrsübungsplatz am Robert-Schumann-Weg ersetzt. Der Betrieb läuft seit Juli. Laut Christoph Otawa vom stätischen Bauamt kostete die Maßnahme rund eine Millionen Euro.

Für die Kindertagesstätte in Gelting hat die Stadt für drei Jahre Container gemietet. Für Aufbau, Montage, Außenanlagen und einen hochwertigen Fußboden fielen 50.000 Euro an. Die monatliche Miete beträgt 3.500 Euro.

Schul-Mittagsbetreuung startet im Dezember

Zu leichten Verzögerungen kommt es dagegen bei der Errichtung von Modulgebäuden für die Mittagsbetreuung an der Isardamm- und Karl-Lederer-Grundschule. So sollen die Container am Isardamm laut Architekt Udo Brückner Ende Oktober fertig sein (Kosten: 2,5 Millionen Euro). Im Dezember dann die Eröffnung der etwa 2,4 Millionen Euro teuren Mittagsbetreuung an der Karl-Lederer-Schule. Peter Herrmann

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