Koch geht ins Rennen

Grüne: Kreistagsfraktionssprecher soll Landrat werden

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Klaus Koch stellte sich den Parteimitgliedern vor – und wurde erwartunsgemäß zum Landratskandidaten gekürt. 

Geretsried – „Würdest Du Dich den Mitgliedern detailliert vorstellen? Sie wollen alles wissen, von Deinen Plänen als künftiger Landrat bis hin zu Deiner Schuhgröße.“ Mit diesen Worten übergab Barbara Schwendner, die Sprecherin der Landkreis-Grünen, am vergangenen Donnerstagabend das Wort an Klaus Koch. Der Eurasburger war in der Aufstellungsversammlung der Partei in den Geretsrieder „Ratsstuben“ einziger Bewerber für den Posten als Landrat bei den kommenden Kommunalwahlen im Frühjahr 2020. Unter großem Beifall wurde Koch schließlich mit 100 Prozent der Stimmen gewählt.

Der amtierende stellvertretende Landrat und Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag bedankte sich bei den Mitgliedern, dass sie ihm in all den Jahren geholfen hätten, „den grünen Karren durch den Landkreis zu ziehen“. Koch sitzt bereits seit 1996 für die Partei im Kreistag und strebt nun seine fünfte Amtszeit an. Der 55-jährige Leiter des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Bad Tölz war zu Zeiten des „großen Waldsterbens“ zu den Grünen gestoßen: „Die Schlagzeile ,der Wald stirbt‘ hat mir damals, kurz vor dem Abitur, viele schlaflose Nächte bereitet.“ Für ihn sei die Partei damals in erster Linie ein großer Naturschutz-Verband gewesen.

Heute seien es in erster Linie drei Dinge, die ihn bewegen. Der Klimawandel – „hier versäumen wir es derzeit Dinge zu verhindern, die unumkehrbar sind“ – das Erstarken rechter, nationalistischer Tendenzen in Europa und die große soziale Ungerechtigkeit in Deutschland: „Es gibt eine kleine Gruppe, die extrem viel Geld verdient. Aber 18 Prozent sind in unserem Land armutsgefährdet.“

Zu seinen vordringlichen Zielen im Landkreis gehört das von den Grünen 2005 beschlossene Programm, „dass wir bis zum Jahr 2035 nur noch so viel Energie verbrauchen, wie wir selbst in der Region erzeugen“. Obwohl hier derzeit Halbzeit sei, hake es noch an der Umsetzung, hier brauche es einen Masterplan. Darüber hinaus soll in Sachen öffentlicher Personen-Nahverkehr (ÖPNV) der Ausbau des Bussystems und der S7 intensiv verfolgt werden. Zudem müsse bei der Gesundheits-Versorgung darauf geachtet werden, „dass wir auch künftig beide Gesundheits-Standorte in Tölz und Wolfratshausen erhalten.“ Ein „richtiges Problem“ sah der Kandidat schließlich beim Thema bezahlbarer Wohnraum, eine „aktuell ganz große Herausforderung der Gesellschaft“. Da hier der Landkreis nicht eingreifen könne, müsse man das Thema in die Städte- und Gemeinderäte bringen, „um sie dazu zu bringen, den dringend benötigten entsprechenden Wohnraum zu schaffen.“ Neben der Aufstellung des Landrats-Kandidaten, beschloss die Grünen- Kreisversammlung zur Aufstellungsveranstaltung der Kreistags-Kandidaten am 7. November einstimmig, die „Grüne Jugend“ stimmberechtigt zuzulassen. Übrigens für alle, die es tatsächlich interessiert: Klaus Koch hat Schuhgröße 47.ejs

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