Grüne Missverständnisse

Auf Abstand: Der Geretsrieder Grünen-Fraktionssprecher Volker Witte (r.) ist nicht gut auf Grünen-Ortsvorsitzenden Harald Schmalfuß zur sprechen. Eine Mitgliederversammlung ist anberaumt.

Erst im Januar 2011 wählte der Ortsverband der Grünen Harald Schmalfuß und Gabriele Riegel in den Vorstand. Nicht einmal zwei Jahre später ist die anfängliche Euphorie verflogen. Der beruflich stark eingespannte Vorsitzende Harald Schmalfuß hat kaum noch Zeit für die Parteiarbeit, will sich aber in Zukunft besser organisieren.

Stadtrat Volker Witte ist auf Harald Schmalfuß nicht gut zu sprechen. „Er hat sich komplett aus der Verantwortung als Ortsvorsitzender gestohlen und antwortet auch nicht mehr auf unsere E-Mails oder Nachrichten auf dem Anrufbeantworter“, ärgert sich Witte. So bleibe die Arbeit bei der gleichberechtigten Vorsitzenden Gabriele Riegel sowie den beiden Beisitzern Beate Paulerberg und Volker Witte liegen. Witte, der derzeit als Mit-Organisator des Geretsrieder Kulturherbstes voll eingespannt ist, will nun noch einige Wochen warten und dann eine Mitgliederversammlung einberufen. Schon vor zwei Jahren war der Geretsrieder Ortsverband nach dem Ausscheiden des damaligen Vorsitzenden Florian Steiner für mehrere Monate führungslos. „Was wir jetzt brauchen, ist ein aktiver Vorsitzender, der die grünen Interessen auf regionaler Ebene kompetent einbringt.“ Offensichtlich trifft dieses Anforderungsprofil nach Wittes Ansicht nicht mehr auf Schmalfuß zu. Der 62-jährige Geltinger denkt indes gar nicht daran zurücktreten. Er hat Anfang des Jahres eine Stelle als Technischer Leiter in der Qualitätssicherung einer Optikfirma in Karlsruhe angenommen. „Da bleiben mir nur noch die Wochenenden, um mich um die Partei zu kümmern. Ich will mich aber in den kommenden Monaten besser strukturieren und als Vorstand noch viel für die Grünen bewegen“. Unter anderem gehe es darum, einen Kandidaten für die Geretsrieder Bürgermeisterwahl zu bestimmen. „Da lassen wir uns aber noch Zeit. Wir müssen keinen Frühstart wie die Freien Wähler oder die CSU hinlegen, die mit Robert Lug und Michael Müller schon ihre Kandidaten nominiert haben“, so Schmalfuß. Peter Herrmann

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