Grüne starten Radoffensive

Stadträte kündigen Antragspaket und Open-Air-Bürgerworkshop an

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„Erwachsenenfortbildung“ im Garten des Ortsverbandsvorsitzenden Michael Kling (2.v.l.): Stadträtin Martina Raschke liegt vor allem die Verbesserung des Geretsrieder Radwegenetzes am Herzen.

Geretsried – Im Mai machte der Kreisverband des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) anhand einer Pressetour auf Schwachstellen in Geretsried aufmerksam (wir berichteten). Nun legen die Grünen nach.

Ortsverbandssprecher Michael Kling lud Parteimitglieder und Interessierte am Pfingstwochenende zu einem Gedankenaustausch in seinen Garten ein. „Das läuft unter Erwachsenenbildung und ist von der Bayerischen Staatsregierung erlaubt“, versicherte er mit einem Augenzwinkern. Dass seinem Aufruf nur sechs Besucher folgten, konnte den Tatendrang der Grünen nicht bremsen.

So forderte Stadträtin Martina Raschke dazu auf, jetzt schon in Kooperation mit dem ADFC ein „Antragspaket“ zur Verbesserung des innerstädtischen Radverkehrs zu erstellen. Dass es zahlreiche Schwachstellen gibt, zeigte sich unlängst bei einer ADFC-Radtour mit unserer Zeitung. „Wie wäre es mit einem Open-Air-Bürger-Workshop auf dem Geltinger Dorfplatz oder auf dem Freigelände vor dem Jugendzentrum Saftladen?“, schlug Raschke vor. Dort könnten in ausreichendem Sicherheitsabstand verschiedene Gruppen gebildet werden, die jeweils einen Themenschwerpunkt bearbeiten. Aus den Erkenntnissen sollen dann insgesamt vier Anträge formuliert werden, die im Stadtrat eingereicht werden sollen.

Lena Gneist regte in diesem Zusammenhang schon mal die Errichtung von sogenannten „Pop-up-Bike-Lanes“ an. Die Errichtung dieser temporären Radspuren, die baulich zum Beispiel durch Blumenkübel, Sprühkreide oder Verkehrshütchen vom Rest des Verkehrs abgegrenzt werden, könnte sie sich an der viel befahrenen Sudetenstraße vorstellen.

Stadtrat Professor Dr. Detlev Ringer gab zwar zu bedenken, dass diese Pop-up-Projekte in Großstädten aufgrund einer Vielzahl von Parallelstraßen einfacher zu realisieren seien. Funktionieren könnte die Idee, wenn zum Beispiel der aus der Tattenkofener-Staatsstraße kommende Schwerlastverkehr über eine Ampel in den dann noch auszubauenden Breslauer Weg geleitet wird. Dadurch würde sich laut Ringer auch das Unfallrisiko an der Querung des Isarradwegs minimieren.

Raschke und Ringer bedauerten es, dass die Maisitzung des Stadtrates abgesagt und auch die Zahl der folgenden Ausschusssitzungen aufgrund der Corona-Pandemie eingeschränkt wurden. Schließlich hätten in diesen Sitzungen schon wichtige Themen wie der Klimaschutz, Spielplatzbegehungen und die Schließung der Nahversorgungslücke im Stadtteil Stein besprochen werden können.Peter Herrmann

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