Mehr Blumenwiesen in der Stadt

Grüne wollen artenreiche Inseln schaffen

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Setzt sich für eine Begrünung der Stadt ein: Dr. Hans Schmidt (l.).

Wolfratshausen – Im Rahmen ihres Monatstreffens in der Wirtschaft Flößerei diskutierten die Grünen über Auswege aus der Klimakrise und Artenschutzmaßnahmen. Ein erster Schritt soll das Pflanzen von Obstbäumen und Blumenwiesen im Stadtgebiet sein.

Dr. Hans Schmidt bezeichnete es als großen Erfolg, dass über 22 Prozent der wahlberechtigten Wolfratshauser beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ unterschrieben haben. Doch nun sollen weitere Schritte folgen. „Wir haben gemeinsam mit der CSU und der SPD einen Antrag eingereicht, der die Verwaltung auffordert, städtische Grünflächen zu überprüfen“, berichtete Schmidt. Infrage kommen unter anderem Verkehrsinseln im Ortskern, Böschungen oder Straßenränder.

Konkret ins Auge gefasst haben die Grünen Flächen an der Beuerberger Straße und am Autobahnzubringer B11/A. Schmidt kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Baumfällungen in den Stadtteilen Farchet und Waldram. „Dort werden wegen der zunehmenden Verdichtung immer wieder ortsprägende Föhren und andere große Bäume weggeschnitten“. Lena Gneist regte an, auch Dächer, Häuserfassaden und Balkone zu begrünen. Ortsverbandvorsitzende Justyna Czajka sprach sich gegen das regelmäßige Mähen von Wiesen aus. „Das Beste ist einfach nichts zu tun“.

Besucher Michael Ballon nutzte das Monatstreffen, um ein von ihm und dem Bio-Landwirt Josef Neumann initiiertes Artenschutzprojekt vorzustellen. Die beiden bieten auf zwei Flächen in Wolfratshausen und Geretsried 100 Quadratmeter große Parzellen an, die für 50 Euro von Interessenten gebucht werden können. „Darauf wollen wir wildbienenfreundliche Blumen aussäen“, erklärte Ballon. Das Betreten der Parzelle ist während der Vegetationsperiode nicht gestattet.

Um den Klimaschutz in der Stadt weiter voranzutreiben, hofft Stadtrat Rudi Seibt auf die Tatkraft des neuen Wolfratshauser Energiemanagers, der im April die Nachfolge von Eva Kiel antreten soll. Seibt sprach sich vor allem dafür aus, dass möglichst viele Dächer mit Photovoltaikanalgen ausgestattet werden.

Neben Klima- und Artenschutz brachte Hans Schmidt auch noch mal die geplante Installation einer künstlichen Surfwelle in Weidach zur Sprache. Dabei ging er scharf mit dem Projektmanagement von Bürgermeister Klaus Heilinglechner und der Stadtverwaltung ins Gericht. „Die Unterlagen, die die Verwaltung den Stadträten vor der Februarsitzung überreicht hat, waren unter aller Sau“, ärgerte sich Schmidt. Ob die nun vom Stadtrat gestellten Bedingungen – unter anderem geht es um eine Kostendeckelung des städtischen Beitrags auf 400.000 Euro – erfüllt werden können, sei seiner Meinung nach noch nicht abzusehen.

Peter Herrmann

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