Die Nahversorgung erhalten

Grüne wünschen sich Genossenschaftsmodell in Stein

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Dritter Landrat Klaus Koch wünschte Bürgermeisterkandidatin Martina Raschke viel Glück im Wahlkampf.

Geretsried – Die Penny-Filiale in Stein soll im Juni 2020 geschlossen werden. Dass ein anderer Discounter als Nachmieter einzieht, erscheint derzeit unwahrscheinlich. Deshalb regte Bürgermeisterkandidatin Martina Raschke bei der Jahresabschlussfeier der Grünen in der Gaststätte „PapperlaPub“ ein Genossenschaftsmodell nach Vorbild des Geltinger Dorfladens an.

„Wenn sich kein Discounter anbietet, könnte man auch über die Gründung einer Genossenschaft nachdenken“, erklärte Raschke den Parteimitgliedern. Fast im gleichen Atemzug räumte sie jedoch auch ein, dass der im Geretsrieder Süden gelegene Stadtteil Stein nicht mit den dörflichen Strukturen in Gelting zu vergleichen sei. In jedem Fall müsse aber gerade für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und kein Auto besitzen, Ersatz geschaffen werden. Ihre Ideen erläutern wollen die Grünen am Freitag, den 27. Dezember, von 10 bis 12 Uhr. „Dann bauen wir vor dem Penny-Markt einen Info-Stand auf“, kündigte Ortssprecher Michael Kling an. Das Wahlprogramm der Partei händigte er den Mitgliedern zunächst nur in schriftlicher Form aus.

In den kommenden Tagen haben sie die Möglichkeit, per E-Mail die einzelnen Punkte zu kommentieren beziehungsweise Vorschläge zu machen. Zu den zentralen Forderungen im Vorentwurf gehören die Energieerzeugung aus nachhaltigen Quellen, der Auf- und Ausbau alternativer Verkehrswegekonzepte unter besonderer Berücksichtigung der Fahrradfahrer sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und Seniorenheimen. Eine der größten Herausforderungen bleibt für Raschke der stetig wachsende Zuzug. Denn seriöse Prognosen gehen davon aus, dass die Stadt schon im kommenden Jahrzehnt die 30.000-Einwohnermarke übertreffen wird. „Wir haben uns damit auseinanderzusetzen, dass wir mehr werden“, sagte die Geltingerin. Die interkommunale Zusammenarbeit mit Wolfratshausen will sie ebenso fördern wie die ins Stocken geratene Energiewende. „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke“, stellte Raschke fest. 

Dritter Landrat Klaus Koch sieht das genauso. „Einige grüne Zielsetzungen konnten in der größten Stadt des Landkreises nicht so durchgesetzt werden wie das im ländlichen Raum der Fall ist“, sagte der Beuerberger. Als Beispiel nannte er die Abfalltrennung und das Recycling von Wertstoffen. Wie schon bei der Verabschiedung des Wahlprogramms der Kreisgrünen forderte er, dass Geretsried und der Landkreis eine Vorreiterrolle in puncto Energiewende einnehmen sollten. Peter Herrmann

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