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Exkursion der Grünen-Kreistagsfraktion führt in Allgäuer Naturpark

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Von: Franca Winkler

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Grünen-Kreistagsfraktion
Exkursion der Grünen-Kreistagsfraktion: Rolf Eberhardt, Geschäftsführer des Parks (4.v.r.) und Naturpark-Ranger Florian Hein (6.v.r.) präsentierten den Naturpark Nagelfluhkette. © Die Grünen

Landkreis – „Grenzenlos Lernen und Lenken“ – damit wirbt der Naturpark Nagelfluhkette auf seinen Flyern. Der 2008 gegründete Park im Allgäu ist ein Vorzeige-Projekt für Naturschutz und Tourismuslenkung.

Wie genau der Naturpark etabliert wurde und welche Aufgaben er erfüllt, wollte die Grüne Kreistagsfraktion von Bad Tölz-Wolfratshausen kürzlich direkt vor Ort erfahren. Neben den Kreisräten nahmen der Leiter des Fachbereichs Tourismus Andreas Wüstefeld und die Klimaschutzmanagerin Veronika Böhm, beide tätig im Tölzer Landratsamt, sowie die Grünen-Kreisräte aus dem Landkreis Miesbach Ulrike Küster, Robert Wiechmann und Gerhard Waas sowie Marius Schlosser, Wahlkreismitarbeiter von Bundestagsabgeordneter Karl Bär, an der Exkursion ins Allgäu teil.

2018, also vor Corona, betrug die Zahl der Gästeankünfte 453.903, informierte Fraktionssprecher Klaus Koch die Teilnehmer. Im Durchschnitt blieben die Gäste 3,3 Tage. 1993 waren es im Vergleich dazu noch 7,1 Tage. Die am meisten besuchten Kommunen seien dabei Bad Tölz, Lenggries und Kochel am See gewesen. Um die Besucherströme sinnvoll zu lenken, müsse man von der Destinations-Marketingorganisation zur Destinations-Managementorganisation kommen.

Grünen Exkursion in Vorzeige-Naturpark: Tourismus im Einklang mit der Natur

Landtagsabgeordneter Hans Urban ergänzte, dass sich nicht nur die Verweildauern, sondern auch die Ansprüche an den Urlaub in dem letzten Jahr stark verändert haben. Statt klassischen Kururlaub erwartet die jüngere Generation mehr Action und Abwechslung im Urlaub. Diese Ansprüche gelte es entsprechend umzusetzen und in Einklang mit Natur und lokaler Bevölkerung zu bringen.

Am Informationszentrum Nagelfluhkette in Immenstadt empfing Thomas Gehring, Vizepräsident des bayerischen Landtags und lokaler Grüner Landtagsabgeordneter, mit dem Geschäftsführer des Naturparks Rolf Eberhardt und Naturpark-Ranger Florian Heinl die Exkursionsgruppe. Eberhardt habe die Arbeit des Naturparks und seine Gründungsgeschichte vorgestellt, teilt ein Sprecher der Grünen mit.

Der Naturpark erstrecke sich über 405 Quadratkilometer, von denen sich etwa 80% in Privatbesitz befinden. 15 Gemeinden aus Deutschland und Österreich sind Mitglied des Naturpark-Träger-Vereins. Insgesamt gibt es 65 Netzwerkpartner. 14 Personen arbeiten auf elf Vollzeitstellen für den Naturpark. Eberhardt betonte, wie wichtig die partnerschaftliche Zusammenarbeit sei und dass der Allgäuer Pragmatismus bei der Umsetzung des Naturparks geholfen habe. Der Naturpark werde zu verschiedenen Anteilen durch die Gemeinden, den Landkreis, das Land Vorarlberg, den Freistaat Bayern, den Bezirk Schwaben sowie durch Projektmittel, Beiträge und Spenden finanziert.

Im Allgäuer Naturpark Nagelfluhkette können Kinder vom Naturschutz lernen

Ziele des Naturparks sind unter anderem der Erhalt der Biodiversität, die Bewältigung der Klimawandelfolgen und das Anstoßen nachhaltiger Entwicklungsprozesse in der Region. Maßnahmen dafür seien zum Beispiel die Wiederherstellung von zerstörten Flächen und das Instandhalten von gut ausgeschilderten Wegen. Eine besonders wichtige Maßnahme sei die Umweltbildung. So könnten die Schulkinder im Naturpark viel über Artenvielfalt und Naturschutz lernen und gemäß dem Motto „Nur was man kennt, kann man schützen“ ihren Beitrag dafür leisten. Zusätzlich zu den Schulprojekten gebe es auch eine Ausbildung für Junior Ranger und Erlebnisprogramme in den Ferien.

Eberhardt erklärte, dass es keine rechtlichen Einschränkungen für die Flächennutzung durch den Naturpark gebe, dafür aber viele Vorteile. Insbesondere ermögliche er Besucherströme zu lenken und die Leute auf das richtige Verhalten in der Natur aufmerksam zu machen. Zahlen von Gebieten ohne Naturpark belegen, dass nicht mehr Leute kommen, nur weil es einen Naturpark gibt.

Nach diesem interessanten Vortrag und einer kurzen Wanderung durch die wunderschöne Landschaft gab es noch eine Brotzeit mit Allgäuer Käse. Anschließend machte sich die Gruppe auf den Heimweg Richtung Bad Tölz mit vielen spannenden Eindrücken und der Vision, auch im Tölzer Land einen Naturpark zu etablieren.

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