Mobilitätswende im Fokus

Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann tourt durchs Oberland

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Die Wolfratshauser Bürgermeisterkandidatin Annette Heinloth (Mitte), Dritter Landrat Klaus Koch (3.v.r.) und Landtagsmitglied Hans Urban (2.v.r.) erklärten dem Fraktionschef der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann (l.), dass die Bus-Anbindungen im Landkreis an einigen Stellen noch verbessert werden können.

Landkreis/Bad Tölz – Die Absage einer Sitzung im bayerischen Landtag nutzte Ludwig Hartmann, um in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim gemeinsam mit Parteifreunden für die schnelle Umsetzung einer Verkehrswende zu werben. Auch in der Kurstadt Bad Tölz schaute er vorbei.

Ein straffes Programm hatte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann, am gestrigen Donnerstag in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim zu absolvieren.

Nachdem er mit der Ickinger Bürgermeisterkandidatin Laura von Beckerath-Leismüller morgens über Sinn und Unsinn des 5G-Mobilfunk-Netzausbaus diskutiert hatte, besuchte der Landtagsabgeordnete mit der Wolfratshauser Bürgermeisterkandidatin Annette Heinloth und der Geretsrieder Bürgermeisterbewerberin Martina Raschke in Gelting die nachhaltige Druckerei Baumann sowie den Dorfladen. Zur Mittagszeit stellte sich Hartmann dann zusammen mit Mitgliedern des Kreisverbands am Wolfratshauser Bus- und S-Bahnhof den Fragen unserer Zeitung.

„Wir müssen die Bahnhöfe als Mobilitätsknotenpunkte sehen“, erklärte der 41-Jährige. Dritter Landrat Klaus Koch gab Hartmann Recht. „Von hier aus werden künftig die Schnellbuslinien die Städte Bad Tölz, Geretsried und Starnberg in einer hohen Taktverdichtung anfahren“, sagte der Beuerberger. Er nannte den Wolfratshauser Bahnhof das „Rückgrat der Verkehrswende im Landkreis“. Zwischen 5 Uhr morgens und 22 Uhr abends werden die Schnellbusse künftig im nutzerfreundlichen 20-Minuten-Takt unterwegs sein. Bereits erfolgreich war die Initiative der Grünen Jugend für die Buslinie 379, die seit einem Jahr auch am Samstagabend und am Sonntag zwischen Bad Tölz und Wolfratshausen verkehrt. „Die Zahlen zeigen sonntags eine Fahrgastzunahme von 114 Prozent“, rechnete Grüne-Jugend-Sprecher Jakob Koch vor. Unter der Woche konnte seit der Taktverdichtung immerhin eine Zunahme von rund 30 Prozent erreicht werden.

Hartmann begrüßte diese Maßnahme: „Das ist ein erneuter Beweis dafür, dass das Angebot Nachfrage schafft“, lobte der gebürtige Landsberger. Nun gelte es auch noch, den Anschluss in die Nachbarlandkreise – zum Beispiel nach Penzberg und Deisenhofen – weiter zu verbessern. Im Idealfall sollen leistungsfähige ÖPNV-Angebote auf den Hauptachsen an den Knotenbahnhöfen mit örtlichen und regionalen Busverkehrssystemen verbunden werden. „Die letzte Meile könnte dann mit Carsharing und Fahrradverleihsystemen absolviert werden“, wünscht sich Klaus Koch. Laut Hartmann wäre schon viel erreicht, wenn Familien im ländlichen Raum zumindest auf ihr Zweitauto verzichten.

Gemeinsam mit seinen Grünen-Parteifreunden stieg er nach dem Pressegespräch in den Bus der Linie 379, um rund 50 Minuten später in Bad Tölz anzukommen. Besuche bei der Iffeldorfer Holzbaufirma Artifex und bei der Energiewende Oberland in Penzberg beendeten die Promotiontour der grünen Wahlkämpfer. Dass dabei nicht alle Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden konnten, lag in erster Linie an den vor allem in ländlichen Regionen fehlenden Busanbindungen. Peter Herrmann

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