Grundwassermodell erweitern

Ferienausschuss des Stadtrats vertagt Beschluss

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Die Abdichtung des Schwaigwaller Bachs beeinflusste das Geretsrieder Grundwassermodell.

Geretsried – Einhergehend mit der Abdichtung des Schwaigwaller Bachs erstellte die Tractebel Hydroprojekt GmbH bereits vor vier Jahren ein numerisches Grundwassermodell für den Geretsrieder Norden. Nun diskutierte der Ferienausschuss des Stadtrates über eine Erweiterung in südlicher Richtung.

Das derzeitige Grundwassermodell umfasst den Bereich zwischen dem Karl-Lederer-Platz im Süden und einem nördlich von Gartenberg gelegenen Gut. Begrenzt wird das Modell in Ost-West-Richtung durch den Schwaigwaller Bach und die Isar.

„Auf Grund der verschiedenen Planungsvorhaben im Bereich der Böhmwiese, welche im Grundwassermodell Geretsried Nord nur teilweise erhalten sind, soll das Modell nach Süden erweitert werden“, kündigte Baumamtsmitarbeiter Lukas Schrettenbrunner im Ferienausschuss an. So soll die Ausdehnung des Modellaussagebereiches bis zur Tattenkofener Straße verschoben werden. „Das bisher bestehender Grundwassermodell mit einer Fläche von 4,6 Quadratkilometer soll dadurch um etwa zwei Quadratkilometer erweitert werden“, erklärte Schrettenbrunner.

Dabei kalkuliert die Stadt, dass für die Grundlagenermittlung sowie die Datenaufbereitung inklusive Ortsbegehung ein Aufwand von 32 Stunden anfällt. Für die Datenauswertung- beziehungsweise -analyse sowie die Erstellung des Strukturmodells wird mit 60 Stunden gerechnet. Weitere 100 Stunden werden für die Modellaktualisierung, Kalibrierung und stationäre Verifizierung erforderlich sein. Die Auswertung samt Ergebnisbericht und Plandarstellung wird etwa 80 Stunden in Anspruch nehmen. Hinzu kommen 32 Stunden, die für Besprechungen, Projektleitung und Qualitätssicherung benötigt werden. Schrettenbrunner schätzt, dass die Gesamtkosten für die Maßnahme bei etwa 29.900 Euro liegen werden. Davon sind 20.000 Euro bereits für dieses Haushaltsjahr eingeplant, das restliche Drittel soll im Haushalt 2021 eingeplant werden.

In der anschließenden Debatte verwies Lorenz Weidinger (Freie Wähler) auf die Notwendigkeit des Grundwassermodells, auf das bei der Planung von zukünftigen Bauprojekten zurückgegriffen werden könne. Volker Reeh (Geretsrieder Liste) und Professor Dr. Detlev Ringer (Bündnis 90/Grüne) plädierten sogar für eine Erweiterung über die Tattenkofener Straße hinaus. „Wenn wir die Erweiterung wollen, dann brauchen wir die Unterlagen bis Geretsried Süd“, forderte Ringer. Bürgermeister Michael Müller (CSU) regte an, eine noch größere Erweiterung in einer späteren Planungsstufe zu ergänzen. Da sich der Stadtrat im Mai neu formiert hat und es noch weiteren Diskussionsbedarf gibt, beantragte er eine Vertagung des Beschlusses. Der Ferienausschuss stimmte diesem Antrag zu.Peter Herrmann

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