Auf gute Nachbarschaft

Der Aufschrei der Anwohner des Geltinger Oberfelds und Alleebüchelweges blieb erfolglos. Deren Befürchtung: Werden die sechs Einfamilienhäuser erst einmal gebaut, ist der dörfliche Charakter Geltings zerstört. Dies entkräftete der Stadtrat am vergangenen Dienstag und ebnete den Weg für die Erweiterung nach Südosten.

Bauamtsleiter Jochen Sternkopf verwies auf die strengen Auflagen. „Dort dürfen keine modernen Häuser gebaut werden.“ So sei etwa das Verhältnis Länge/Breite, die Optik des Daches und die Geschoßzahl reglementiert. Mit dem Bebauungsplan wird der vom Stadtrat in 2001 beschlossene Rahmenplan umgesetzt „und auf der derzeitigen Grünfläche östlich des Alleebüchelweges maßvolles Baurecht ausgewiesen“, sagte Sternkopf. Nun können die sechs Wohneinheiten, allesamt Einfamilienhäuser, gebaut werden. Dass es zu einer Verzögerung im Verfahren kam, liegt an der Forderung der Fachbehörden nach einem Schallschutzgutachten. Das liegt mittlerweile vor, Ergebnis: Es sind keine Auflagen nötig. Damit wurde auch der Einwand der Regierung von Oberbayern ausgehebelt, die auf die Immissionen durch die Sportanlage hingewiesen hat. Vehemten Einspruch legten die Anwohner ein. Sie kritisierten das Vorhaben vor allem deshalb, da „im Ort kein dringender Wohnbedarf aufgrund des vorhandenen Wohnungsangebotes besteht“. Und auch ein Anwohnerschreiben erreichte jüngst die Stadträte, woraus Manfred Freiseisen (FW) in der Sitzung zitierte. Darin wird Bürgermeisterin Cornelia Irmer (parteifrei) „ein persönliches Interesse an dem Beschluss zur Osterweiterung“ unterstellt. Weiter wird der Rathauschefin vorgeworfen, dass „sie die Stadträte unter Druck setzt“. „Das ist eine üble Unterstellung“, konterte Irmer, die das Schreiben der Anwohner eigenen Angaben zufolge nicht erhielt. Eine klare Absage zur Osterweiterung gab es von der Grünen-Fraktion. Volker Witte (Grüne) deklarierte den Flächenverbrauch in Bayern als „immenses Umweltproblem, denn jeden Tag werden allein in Bayern 16,4 Hektar ausgewiesen und verbaut“. Gerade in einem dörflichen Gebiet sei eine Neuausweisung mit einem derartigen Flächenverbrauch „nicht nachvollziehbar“. Ins gleiche Horn blies CSU-Stadtrat Hans Ketelhut, der die Bebauung als „tiefgreifenden Einschnitt“ bezeichnete. Was er in der Vorwoche noch ganz anders sah: Dort stimmte er im Entwicklungs- und Planungsausschuss „zaghaft“ (Ketelhut über Ketelhut) für die Erweiterung. Lorenz Weidinger (FW) sieht das anders. Im Sinne des Rahmenplans 2001 ist das Vorhaben eine „vernünftige Abrundung und entspricht dem dörflichen Charakter“. Auch im Sinne der Ökologie sei die Abrundung Geltings eine saubere Lösung. Mit 21:8-Stimmen stimmte der Stadtrat der Änderung des Flächennutzungsplans und dem Satzungsbeschluss zu. Dagegen votierten Volker Witte, Beate Paulerberg, Gabriele Riegel (alle Grüne), Norbert Junius, Hans Ketelhut, Sabine Gus-Mayer, Volker Reeh (alle CSU) sowie Herbert Mieseler (SPD).

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