Händler sind gerüstet

Unternehmen befolgen Corona-Vorschriften und hoffen auf Kundschaft

1 von 5
Es läuft wieder an: Im Raiffeisenwarencenter Thaning wurden Schutzbereiche ausgewiesen und Plexiglasverblendungen an der Kasse aufgebaut
2 von 5
Beim BMW-Autohaus Michael Schmidt setzt man auf umfassende Hygienemaßnahmen.
3 von 5
Bei Betten Beer achtet man auf große Distanz der Kunden im ohnehin geräumigen Verkaufsbereich.
4 von 5
Die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen will bis Mitte Mai alle Filialen wieder hochfahren.
5 von 5
der Tölz hagebaumarkt hat bereits einen guten Neustart hingelegt.

Landkreis – Seit dem 20. April gelten für die Bayerische Wirtschaft neue Bestimmungen, die die Öffnung und den Betrieb während der Corona-Pandemie regeln. Nach den Bau- und Gartenmärkten dürfen nun ab Montag, 27. April, zusätzlich alle Einzelhandelsgeschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 qm öffnen, unabhängig von den verkauften Sortimenten. DasGelbeBlatt hat sich einen Eindruck verschafft, wie sich Einzelhändler und Unternehmen für die Wiedereröffnung rüsten.

Die jeweiligen Betreiber der Geschäfte haben durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass die Zahl der gleichzeitig im Ladengeschäft befindlichen Kunden nicht höher ist als ein Kunde je 20 qm und dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Kunden eingehalten werden kann. Personal und Kunden sollen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Zudem haben die Betreiber Schutz- und Hygienekonzepte zur Verfügung zu stellen. Auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde müssen diese Konzepte vorgelegt werden.

Raiffeisen Bau- und Warencenter wieder geöffnet

Seit dem 20. April können Privatkunden wieder in den Raiffeisenmärkten in Thanning, Lenggries und Warngau einkaufen. Das Sortiment umfasst beispielsweise Erden, Dünger, Rasensamen, Farben, zudem regionale Lebensmittel, Heimtiernahrung und Landwirtschaftsartikel oder in Thanning und Warngau gar Getränke und Imkereibedarf (nur Thanning)„Die Hygienevorschriften werden von uns eingehalten“, versichert Marketingleiterin Renate Schober vom Raiffeisen Bau- und Warencenter Thanning: Plakate und Schilder weisen auf die besonderen Verhaltensregeln hin. Weiter können Kunden online (www.raiwa24.de) sowie telefonisch (in Thanning unter 08176/93 07- 40, in Lenggries unter 08042/9 72 78-0 und in Warngau unter 08021/70 14) bestellen. Der Lieferservice bemüht sich, die Ware innerhalb von 48 Stunden in dem jeweiligen Geschäftsgebiet zuzustellen.

Betten Beer setzt auf persönliche Beratung

„Wie man sich bettet, so liegt man“: Den Wahrheitsgehalt dieses Sprichwortes können die Kunden des 1953 gegründeten Geretsrieder Traditionsunternehmens „Betten Beer“ uneingeschränkt bestätigen. Seit nunmehr 43 Jahren leitet Franz Ruhland mit seiner Frau Annemarie das Familienunternehmen. Nachdem das Geschäft wegen der Corona-Krise mehrere Wochen schließen musste, sind Kunden nun ab dem 27. April wieder herzlich willkommen. „Wir haben die erforderlichen Maßnahmen ergriffen“, verspricht Annemarie Ruhland. So stehen beispielsweise Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel bereit. Die zwei Geschäftsräume mit insgesamt rund 700 Quadratmeter Verkaufsfläche bieten genügend Platz, um den notwendigen Sicherheitsabstand einzuhalten. Annemarie Ruhland ist davon überzeugt, dass sich ihre Kunden persönlich vom Komfort der Betten und Matratzen überzeugen müssen. Dem anonymen Online-Handel erteilt sie eine klare Absage. „Die Kunden müssen gerade jetzt die ortsansässigen und regionalen Geschäfte noch mehr stärken“, wünscht sie sich.

BMW Michael Schmidt erweitert Kundenservice

„Aufgrund der Entwicklungen rund um das Coronavirus möchten wir den Kunden versichern, dass wir alles dafür tun, um dauerhaft unsere Dienstleistung – sowohl im Verkauf, der Werkstatt und im Teilevertrieb – in der gewohnt hohen Qualität zur Verfügung zu stellen“, verspricht Gesamtverkaufsleiter Lorenz Köstner. So stehen in der Wolfratshauser Filiale gemütliche Loungemöbel bereit, auf denen Kunden Platz nehmen können und sich im gebotenen Sicherheitsabstand beraten lassen können. „Zudem sind Kundengespräche über Skype und andere Online-Plattformen möglich“, erklärt „Aftersales“-Leiter Thomas Huber. Fotos oder Videos über den Reparaturzustand des Autos kann der Besitzer problemlos über sein Handy abrufen.

Vor dem Reifenwechsel oder Wartungsarbeiten werden Fahrzeugschüssel ohne persönlichen Kontakt in einem Umschlag übergeben. In der Werkstatt wird das Auto dann zunächst mit Folien versiegelt. Nach einer Probefahrt des Werkstattleiters kommt es zu einer erneuten Oberflächendesinfektion sowie einer Lüftung des Fahrzeugs. Der Kunde findet seinen Wagen schließlich an einem der firmeneigenen Parkplätze in einwandfreiem Zustand vor. Wer einen Neuwagen kaufen will, kann auch in Zeiten der Corona-Krise jederzeit eine Probefahrt machen. „Weil wir den Kunden alle Sorgen und Ängste nehmen wollen, desinfizieren wir die Fahrzeuge regelmäßig“, verspricht Köstner. An den Verkaufsstellen stehen zudem Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken bereit. Da sich die Vorgaben und Regelungen in der Corona-Krise schnell ändern können, stimmt sich das Team der BMW Michael Schmidt GmbH täglich in Videokonferenzen ab.

Online-Angebote der Volkshochschule Wolfratshausen

Aufgrund der Corona-Krise mussten viele Kurse der Volkshochschule leider abgesagt beziehungsweise verschoben werden. „Es laufen gerade ein paar Testsequenzen von Kursen, die dann eventuell online weitergeführt werden können“, hofft Geschäftsführerin Christine Hohnheiser. Als attraktive Alternative empfiehlt sie die kostenfreien „vhs.daheim“-Kurse, die auf der Website www.vhs-wolfratshausen.de vorgestellt werden. Zudem hat Fitness-Kursleiterin Tatjana Zeller ein paar Trainingseinheiten aufgezeichnet. Die kostenlose Anmeldung und Registrierung ist unter der „vhs,cloud“ möglich.

Baustoffhandel Janker: Großhandel blieb offen

Geschlossen war bislang die Abteilung Baumarkt im Tölzer „Fachhandel Janker“, während der Großhandel für „systemrelevante Kunden die ganze Zeit über geöffnet war“, wie Inhaber Ludwig Janker betonte: „Seit Montag sind wir nun zu den gewohnten Öffnungszeiten in allen Bereichen wieder dienstbereit.“ Natürlich mit einer entsprechenden Abstandsregelung samt Markierungen am Boden und einem Spuckschutz im Kassen- und Lieferscheinbereich, „zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern.“ Darüber hinaus wird bei Letzteren ständig desinfiziert: „Kugelschreiber genauso wie sämtliches Schreibmaterial.“ Eher in Grenzen haben sich dabei die Umsatzeinbußen gehalten. „Wir haben die Zeit der teilweisen Schließung hauptsächlich dazu genutzt, um Überstunden und Urlaub des Personals abzubauen“, so Janker. Er geht davon aus, „dass die Verluste hier vor allem die Gartenmärkte stark betroffen haben. Dort ist vermutlich seit Montag nun die Geranie das neue Toilettenpapier.“

Tölzer hagebaumarkt: „Neustart gut angelaufen“

Den Run auf Pflanzen und Gartenbedarf vor allem spürt seit dieser Woche auch der Tölzer „hagebaumarkt“. „Prinzipiell ist aber der gesamte Laden wieder gut angelaufen“, bestätigt Marktleiter Georg Weniger. Übers Wochenende wurden Schutzmaßnahmen vorbereitet. So wird darauf geachtet, dass nicht zu viele Kunden gleichzeitig im Laden sind, zudem ist ein Mann abgestellt, der ständig die Einkaufswagen desinfiziert. Der Kassenbereich wurde mit Plexiglas abgetrennt, zahlreiche „Abstandshalter“ eingerichtet sowie viele Hinweisschilder im ganzen Markt aufgestellt. „Sehr verständnisvoll“, so Weniger, hätten die Kunden auf die ganzen Maßnahmen reagiert, „und sind sich trotz des großen Andrangs auch stets rücksichtsvoll ausgewichen.“

Kundenzählung bei „expert“

Noch bis kommenden Montag muss der Elektromarkt „expert“ im Tölzer Kaufland warten, ehe er seine Türen zu den gewohnten Öffnungszeiten wieder aufsperren darf. „Wir folgen dabei allen Sicherheitsauflagen der Landesregierung“, sagt Marktleiter Ralf Eggers. Dazu wurden bereits Abstandsmarkierungen im Kassenbereich angebracht und zudem für alle Mitarbeiter Schutzmasken besorgt. Besonders wird darauf geachtet, dass sich lediglich 19 Kunden gleichzeitig im Laden aufhalten werden. Dazu wird ein Mitarbeiter im Eingangsbereich zur Zählung abgestellt. Einen großen Ansturm erwartet der Marktleiter für den Montag allerdings nicht: „Ich denke, dass in erster Linie Sachen fürs Homeoffice gefragt sein werden. Dass sich jemand jetzt unbedingt einen neuen Fernseher kaufen will, davon gehe ich nicht aus.“

Sparkasse will Filialen wieder hochfahren

Ganz speziell stellt sich die Situation bei der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen dar. „Unsere sechs großen Beratungszentren in Wolfratshausen, zweimal Geretsried, Bad Tölz, Benediktbeuern und Lenggries waren und sind geöffnet“, so Pressesprecher Willi Streicher. Bis Mitte Mai sollen alle anderen Filialen hochgefahren werden. „Ohne Unterbrechung waren und sind die Selbstbedienungsangebote in den Filialen und die SB-Pavillons rund um die Uhr in Betrieb und werden auch gut genutzt.“ Trotz teilweiser Schließung seien die Mitarbeiter via Telefon, Fax oder E-Mail erreichbar. „Das funktioniert gut, da wir die Kapazitäten beim Service-Telefon erheblich hochgefahren haben, so dass keine Wartezeiten entstehen“, erklärt Streicher. Zudem nutzten viele Kunden vermehrt das Online-Banking. Auch das bargeldlose Bezahlen in den Geschäften via Karte erlebt einen großen Aufschwung.ph/ejs

Auch interessant

Meistgelesen

DLRG-Ortsverband blickt auf viele Übungsstunden und Einsätze zurück
DLRG-Ortsverband blickt auf viele Übungsstunden und Einsätze zurück
Tölzer Bergwacht im Einsatz: 60-Jährige stürzt und verletzt sich am Bein
Tölzer Bergwacht im Einsatz: 60-Jährige stürzt und verletzt sich am Bein
Zahl der Infizierten liegt bei 461: aktuell sind 26 Bürger aktiv erkrankt
Zahl der Infizierten liegt bei 461: aktuell sind 26 Bürger aktiv erkrankt
Staatssekretär Eck schaut sich am Walchensee um, dort setzt man große Hoffnungen in einen Radweg
Staatssekretär Eck schaut sich am Walchensee um, dort setzt man große Hoffnungen in einen Radweg

Kommentare