Häufige Tempoüberschreitungen

Stadtverwaltung beantwortet Anfragen der Grünen

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Der städtische Umweltbeauftragte Robert Maier (l.) und Bürgermeister Klaus Heilinglechner enthüllten im Herbst 2019 ein Tempo-30-Schild an der Schießstättstraße. Dennoch hielten sich viele Autofahrer nicht an diese Vorgabe.

Wolfratshausen – Im Mai stellte die Fraktion der Grünen einen Antrag bezüglich eines Berichtes der Verwaltung über Geschwindigkeitsmessungen auf den Wolfratshauser Straßen in den vergangenen zwölf Monaten (wir berichteten). Nun gab Vize-Bürgermeister Günther Eibl (CSU) die Ergebnisse im für Verkehrsangelegenheiten zuständigen Hauptausschuss bekannt.

Demnach stehen der Stadt Wolfratshausen derzeit vier feste Geschwindigkeitsmesser – zwei in der Schießstättstraße, jeweils einer im Untermarkt und in der Weidacher Hauptstraße – sowie zwei mobile Geschwindigkeitsmesser zur Verfügung. „Die beiden mobilen Geschwindigkeitsmesser werden je nach Bedarf an verschiedenen Straßen aufgestellt“, versichert Eibl. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 95 Messungen an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet durchgeführt, in diesem Jahr waren es bisher 34.

Mehrheit der Autofahrer beachten Geschwindigkeit

Von den 2019 kontrollierten 55.403 Fahrzeugen haben 3.620 (6,5 Prozent) gegen die Geschwindigkeitsregeln verstoßen. 2020 wurden bisher 23.687 Fahrzeuge kontrolliert, bei denen 2.217 (9,4 Prozent) Verstöße festgestellt wurden. Eibl verwies darauf, dass sich die Mehrheit der KFZ-Fahrer grundsätzlich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten inklusive Toleranzgrenze hält.

Lediglich in der Schießstättstraße und im Untermarkt komme es seit der Tempo-30-Anordnung aus Lärmschutzgründen zu Überschreitungen der vorgeschriebenen Geschwindigkeit. Diese Daten wurden nach dem Auslesen der SD-Karten an das Ordnungsamt und an die Polizei zur weiteren Veranlassung weitergeleitet.

Im Untermarkt überschreiten im Durchschnitt rund 62 Prozent und in der Schießstättstraße rund 44 Prozent der KFZ-Fahrer die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit. Auf Anfrage des Stadtrats Dr. Hans Schmidt (Grüne) bezüglich der Messdaten des Geschwindigkeitsmessers in der Schießstättstraße teilte die Stadtverwaltung mit, dass 62 Prozent die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschreiten. „Hier ergibt sich eine Abweichung, da der Messzeitraum länger ist, sowie die Ermittlung der KFZ-Fahrer innerhalb der Toleranzgrenze berücksichtigt wurden“, gab Eibl zu bedenken.

Insgesamt wurden im Zeitraum von Januar 2019 bis April 2020 4.781 Überschreitungen im fließenden Verkehr geahndet. Die überwiegende Anzahl (3.365 = 70,4 Prozent) betrifft Geschwindigkeitsübertretungen bis 10 km/h. 1.320 betrafen Geschwindigkeitsübertretungen bis 20 km/h. Im oben genannten Zeitraum wurden Bußgelder in Höhe von 16.616 Euro eingenommen. Die Verwarngelder, die den fließenden und ruhenden Verkehr betreffen, summieren sich im selben Zeitraum auf 165.428 Euro.

Um eine noch höhere Kontrolle zu gewährleisten, besteht für kommunale Verkehrsüberwachungen seit dem 1. Mai auch die Möglichkeit, stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen zu installieren. „Sie kommen auch dann in Betracht, wenn die Geschwindigkeitsbeschränkung zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen angeordnet wurde“, erklärte Eibl.

Vor der Errichtung einer solchen stationären Anlage sei in enger Abstimmung mit der Polizei zu klären, ob mobile oder teilstationäre Anlagen ausreichen. Abschließend stellte die Verwaltung klar, dass der mit überhöhter Geschwindigkeit verbundene Lärm nicht gemessen sondern berechnet wird.

Auf Hauptstraßen ist es zu laut

Dabei konnte in zahlreichen Hauptverkehrsstraßen eine Überschreitung der Lärmrichtwerte festgestellt werden. „An diesen Stellen konnte auf Grundlage des Lärmaktionsplanes nach langen Verhandlungen mit der Regierung von Oberbayern, dem Landratsamt und dem Staatlichen Bauamt die bisher zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf 30 km/h verringert und entsprechend angeordnet werden. Nach fachlicher Beurteilung reduziert sich somit der Lärm um rund drei Dezibel“, so das Fazit der Stadtverwaltung. Peter Herrmann

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