„Sanierung unumgänglich“

Handlungsbedarf: Schulschwimmbad im Tölzer Schulzentrum marode

+
Schwimmen hat eine große Bedeutung im Schulsport. Nur verschwinden immer mehr Bäder. Das Lehrschwimmbecken in der Tölzer Realschule gehört ebenfalls saniert, die Schäden am Beton sind deutlich sichtbar.

Bad Tölz – Das Schulschwimmbad in der Realschule Bad Tölz erfreut sich enormer Beliebtheit, es ist quasi immer frequentiert, sei es von den Schulen im Schulzentrum oder auch von Vereinen. Doch es nagt der Zahn der Zeit an dem Bad. Aktuelle Untersuchungen haben teils ziemlich gravierende Ergebnisse geliefert. Während die Kreispolitik schon vor Jahren einmal über die Schließung diskutierte, machte René Beysel, der Hauptamtsleiter im Landratsamt, im Kreis-Schul- und -Bauausschuss nun unmissverständlich klar: Um eine Sanierung werde man nicht herumkommen.

Dass der Landkreis Geld in die Hand nehmen muss, ist leicht erklärt: Denn das Bad liegt im Kellerbereich des Schulzentrums. Und dieses Untergeschoss könne man nicht einfach verkommen lassen. Konkret geht es um eine Betonsanierung. Denn wie eine Expertenrunde – bestehend aus Architekten, eine Betonsanierungsfirma und Vertretern des Landratsamts – ergeben hat, stehe es um die Bausubstanz der Gebäudesubstanz im Bereich des Bades recht schlecht. Denn die Chloridbelastung in diesem Abschnitt des Gebäudes ist hoch, weil einst lediglich betoniert wurde, um darauf dann einen Estrich und Fliesen aufzubringen. Sonst habe es keinerleich Schutzschichten gegeben, fasste Beysel entsprechende Kernbohrungen zusammen. Die Sanierungskosten alleine für den Beton würden sich auf zwei Millionen Euro belaufen. 

Dazu kämen 3,8 Millionen Euro für ein Ersatzbad. „Da bin ich auch erschrocken“, räumte Beysel ein. Allerdings habe man auch die Räumlichkeiten überhalb des Schwimmbades untersucht, dort liegt ein Pausenhof samt Überdachung. Die Ergebnisse der Substanz dort seien überraschend gut, lediglich die Gebäude-Dehnfugen müssten erneuert werden. Freilich kostet auch dies Geld, so dass der Hauptamtsleiter Gesamtkosten in Höhe von 7,9 Millionen Euro erwartet. Die Politik müsse wohl die Zukunft des Bades diskutieren, gleichwohl aber auch hinnehmen, „dass wir wegen des Kellergeschosses nicht ganz um eine Sanierung herumkommen“. Beysel brachte gleich noch eine Alternative für ein Ersatzbad ins Spiel: „Wir verfügen südlich der Berufsschule noch über ein Grundstück, ein Ersatzbad wäre auch dort möglich. Eile sei noch nicht geboten, „zumindest nicht für den aktuellen Haushaltsentwurf“. 

2021/22 aber schlage das Thema sicher auf. Nikolaus Trischberger (CSU) erinnerte daran, dass eine mögliche Schließung des Bades schon vor Jahren Thema im Kreistag gewesen sei. So habe es zumindest Kreistagsbeschlüsse gegeben, das Bad nur mehr verkürzt zu öffnen und somit die kostenintensiven Betriebszeiten zu verkürzen. „Doch das Problem der Sanierung steht nach wir vor im Raum“, stellte er nun fest. Landrat Josef Niedermaier verwies auf die hohe Akzeptanz des Bades, „das ist permanent voll“. Und Willi Streicher (SPD) machte klar, dass eine Schließung unmittelbar Auswirkungen auf die Sporthallenkapazitäten habe, was Niedermaier bestätigte: „Das stimmt voll und ganz.“ Beysel zufolge würde die Regierung von Oberbayern eine Sanierung übrigens begrüßen, wohl auch weil immer mehr Schwimmbäder in Bayern schließen. Beysel will nun prüfen, ob es dazu eine Sonderförderung gibt. Was Thomas Holz (CSU) schon bejahte: „Gibt es, aber wir müssen dafür schnell sein, Sogar sehr schnell.“ Thomas Kapfer-Arrington

Auch interessant

Meistgelesen

Wiederauflage von „Grün kaputt“ im Kloster Beuerberg zu sehen
Wiederauflage von „Grün kaputt“ im Kloster Beuerberg zu sehen
Unternehmerfamilie Tien will Vier-Sterne-Hotel auf Wackersberger Höhe errichten
Unternehmerfamilie Tien will Vier-Sterne-Hotel auf Wackersberger Höhe errichten
Stadt Bad Tölz stellt Planung zum Baugebiet „Hintersberg II“ (Zwickerwiese) vor
Stadt Bad Tölz stellt Planung zum Baugebiet „Hintersberg II“ (Zwickerwiese) vor
Wirtschaftsstandort Lenggries präsentiert sich bei Gewerbeschau von seiner besten Seite
Wirtschaftsstandort Lenggries präsentiert sich bei Gewerbeschau von seiner besten Seite

Kommentare