Hans Urban wird auf eigenem Grundstück von Kamerawagen zu Boden gedrückt

Landtagsabgeordneter von Google-Street-view-Auto angefahren

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Noch am Boden liegend fertigte Grünen-Landtagsabgeordneter Hans Urban Fotos vom Unfall an: Ein „Google Street view- Auto“ hat ihn auf seinem eigenen Privatgelände angefahren.

Oberherrnhausen – Auf seinem eigenen Privatgrundstück ist der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans Urban am Montagnachmittag von einem Auto der Firma Google angefahren worden, das dort gerade für eine Street-view-Aufnahmefahrt unterwegs war und das er aufhalten wollte.

Auch am Tag danach ist Grünen-Landtagsabgeordneter Hans Urban fassungslos. In der Tat, wirkt seine Geschichte unglaublich. Es ist Montagnachmittag und Urban ist mit seinen Kindern auf seinem Privatgrundstück in Oberherrnhausen unterwegs. Plötzlich bemerkt er, wie ein Kamera-Auto der Firma Google-Street-view über seinen Grund fährt  offensichtlich um Aufnahmen für den Online-Landkartendienst zu machen. Das will Urban nicht, er stellt den Fahrer zur Rede, doch der fuhr der einfach weiter. „Ich wollte das Auto an der Durchfahrt über meinen Hof hindern. Dafür habe ich an der Fensterscheibe geklopft und den Fahrer gefragt, was er da macht. Die Antwort war, er mache Aufnahmen. Als ich gesagt habe, dass ich das auf meinem Privatgelände nicht will, hat er gesagt, er habe einen Auftrag und wollte weiterfahren“, schildert Urban den Vorgang. Und weiter: „Da habe ich mich vor das Auto gestellt, damit er nicht weiterfahren und seine Aufnahmen auf meinem Hof machen konnte.“ Das allerdings habe den Fahrer wenig interessiert, „er hat mich mit dem Auto langsam vor sich hergeschoben, bis ich gestolpert bin. Und das vor den Augen meiner Kinder“. Glücklicherweise habe ein aufmerksamer und hilfsbereiter Nachbar die Situation beobachtet und den Google-Fahrer mit einem Radlader am Wegfahren gehindert. „Der ist nicht einmal ausgestiegen, als ich am Boden lag“, so Urban. Die Polizei hat den Vorfall sowie die Zeugenaussage des Nachbarn aufgenommen. Urban hat Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Der Google-Fahrer wirft dem Abgeordneten indes Nötigung vor, so der Abgeordnete, der selbst noch Fotos von dem Unfall angefertigt hat, als er vor dem Auto am Boden lag. Mit einer Anfrage an die Staatsregierung hat Urban politisch auf den Vorfall reagiert. „Wie kann das sein, dass Google auf dem Privatgelände von bayerischen Bürgern seine Aufnahmen macht? Auf welcher Rechtsgrundlage basiert das und wissen die Gemeinden und der Freistaat überhaupt davon?“, fragt Urban. „Die Staatsregierung müsse hier Klarheit schaffen, dass auf Privatgrund nicht gefilmt werden und keine Daten erhoben werden dürfen. Antworten auf eine Presseanfrage an die Firma Google gingen bislang noch nicht bei der Redaktion ein.Thomas Kapfer-Arrington

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