Seit Jahrhunderten im Familienbesitz

„Harrer Sägewerk & Kistenbau“ an der Isarstraße in Ascholding 

Harrer Holz Team
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Das aktuelle Team von „Harrer Sägewerk & Kistenbau“ (v.li.): Georg und Matthias Harrer, Hubert Schlickenrieder, Marco Dietsch, Stephan Schneeberger, Felix Hecher, Helmut Lerch und Reinhard Hahn. Nicht im Bild sind Kaspar und Ludwig Harrer sowie Anton Bäumler.

Ascholding – Gut genutzt hat die Ascholdinger Firma „Harrer Sägewerk & Kistenbau“ die Corona-Zeit. Mit einem zusätzlichen Gebäude wurde der Betrieb im Bereich Kisten- und Palettenbau um weitere rund 200 Quadratmeter Fläche über zwei Etagen noch einmal erweitert. Das neue gebaute Gebäude wird als Lager und zur Produktion im Kisten- und Palettenbau genutzt.

Heute bietet das neue Gebäude mit zweimal 200 qm Fläche jede Menge Platz für Produktion und Lager.

„Wir fertigen Transportkisten und Paletten in verschiedenen Größen je nach Kundenwunsch“, erklärt Juniorchef Matthias Harrer. Freilich werden hier keine genormten Euro-Paletten hergestellt – „da können wir preislich mit der Industrie nicht mithalten“ – aber wenn es um Sondermaße geht, kommt sein Fachbetrieb zum Zug. Da können dann auch einmal Paletten in XXL-Größe mit rund zehn Metern Länge dabei sein. Dabei geht der Großteil der fertigen Produkte an verschiedene Firmen im Bereich Wolfratshausen und Geretsried, also in einem Umkreis von rund 20 Kilometern um Ascholding.

Der Vorteil von „Harrer Sägewerk & Kistenbau“ liegt in der großen Flexibilität und den geringen Fertigungszeiten. Mit Hilfe des eigenen Fuhrparks können zudem sehr kurze Lieferzeiten garantiert werden.

Sämtliche Kisten und Paletten werden hier aus Brettern gefertigt, schwere Ausführungen auch aus Holzbohlen. Auf Kundenwunsch kommen natürlich auch OSB-Platten zum Einsatz oder wenn für eine Flugfracht Leichtbauweise gefragt ist, werden besonders leichte Sperrholzplatten verwendet.

Und die nächste Investition wird hier auch schon geplant: eine eigene Trockenkammer.

Freilich hinterließ Corona auch negative Spuren. Weder „Hebauf“ noch „Tag der offenen Tür“ zur Inbetriebnahme des neuen Gebäudes konnten gefeiert werden. Doch das will Matthias Harrer auf jeden Fall nachholen: „Wenn der ganze Schmarrn vorbei ist, holen wir den Hebauf mit allen Handwerkern, die uns geholfen haben, auf jeden Fall nach. Wir bedanken uns herzlich bei Lieferanten Handwerkern und Mitarbeitern!“

Von Landwirtschaft und Mühle zum reinen Holz-Spezialisten

Seit Jahrhunderten im Familienbesitz ist die Ascholdinger Firma „Harrer Sägewerk & Kistenbau“, die heute vom Seniorchef Georg Harrer und seinem Sohn Matthias geführt wird. Bereits im Jahr 1575 fand die erste urkundliche Erwähnung statt, damals als Bauernhof („Reiss“), Mühle („Reiss-Mühle“) und Sägewerk. Den Antrieb von Mühlrad und Sägewerk übernahm damals noch der Dorfbach.

Georg (li) und Junior Matthias Harrer führen heute das Traditions-Unternehmen.

Der Mühlenbetrieb wurde erst 1969 eingestellt, als Josef Harrer verstarb. Sogar noch bis ins Jahr 1994 war hier die Landwirtschaft erhalten geblieben. Doch mit der Übernahme des Traditionsunternehmens durch den heutigen Seniorchef Georg Harrer wurde voll auf die Sparte Holz gesetzt. In dieser Zeit (1992) des Umbruchs wurde auch in der hinteren Auenstraße das heutige Sägewerk neu erbaut.

Ganz klein hatte man hier dann ab 2004 mit dem Kisten- und Palettenbau angefangen. Doch dieser Zweig des Betriebs nahm einen enormen Aufschwung. Immer wieder mussten hier die Produktionsflächen erweitert werden. „Und heute macht diese Sparte etwa 75 Prozent des Gesamtumsatzes aus.“

Seit dem Jahr 2016 ist nun auch Sohn Matthias in den elterlichen Betrieb eingestiegen, nachdem er zuvor eine externe Zimmererlehre absolviert hatte.

Heute sind in der Ascholdinger Firma „Harrer Sägewerk & Kistenbau“ insgesamt sieben Mitarbeiter fest angestellt, sowie vier Aushilfen. Da die Arbeit weiterhin stets zunimmt, ist man hier auch derzeit auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern, egal ob fest angestellt oder als Aushilfe.  

Holzhandel für Klein- und Großabnehmer

Schreiner Marc Dietsch fertigt mit dem Nagler spezielle Transportkisten.

„Natürlich beliefern wir mit dem Holzhandel viele Zimmereien der Umgebung, aber der Kleinabnehmer, also der Privatkunde ist hier genauso gern gesehen“, betont Juniorchef Matthias Harrer. Für letztere Klientel sind Latten, Kanthölzer, Riegel und Bretter jeglicher Art, ja sogar komplette Hochbeete, ständig auf Lager. „Und spezielle Zuschnitte werden von uns ebenfalls exakt ausgeführt.“

Auch Brennholz ist hier zu haben: Normales Scheitholz aus dem eigenen Wald. Aber auch Kammergetrocknete Bretter- und Riegelabschnitte aus der Kistenproduktion, die sich ausgezeichnet als Anfeuerholz eignen.

Für Großabnehmer ist bei „Harrer Sägewerk & Kistenbau“ sämtliches Bauholz nach Liste verfügbar. Dazu auch Brett-Schichtholz, KVH, Konstruktions-Vollholz und Holz-Platten jeglicher Art. Alles Holz trocken lagernd vor Ort.

Der Zimmerer Stephan Schneeberger und Schreiner Felix Hecher an der großen Kreissäge. 

Geradezu vorbildlich zeigt sich der Betrieb in Sachen regionaler Vermarktung und Umweltschutz. Gerade beim Bau ist Holz ja bekanntlich ein regenerativer, nachwachsender Rohstoff. Zudem kommen die hier verarbeiteten Hölzer alle aus Wäldern der näheren Umgebung, maximal 30 Kilometer im Umkreis von Ascholding. Damit entfallen auch etwaige lange Transportwege. „Und alles in bester Oberland-Qualität.“    

„Bauholz-Mangel ist bei uns kein Thema“

Das Sägewerk der Firma „Harrer Sägewerk & Kistenbau“ befindet sich seit 1992 an der hinteren Auenstraße. Hier wird Rundholz aus Fichte, Tanne, Lärche und Douglasie zu Brettern, Kanthölzern, Balken und vielem mehr verarbeitet. Alles aus PEFC-zertifiziertem Holz aus der unmittelbaren Nachbarschaft.

Deshalb dürfte hier auch die aktuelle Knappheit an Bauholz kein Thema sein. „Wir können unsere Stammkunden auf jeden Fall wie gewohnt versorgen“, betont Matthias Harrer.

Das Sägewerk Harrer findet man an der hinteren Auenstraße in Ascholding.

Auch so genannter Lohnschnitt wird im Sägewerk durchgeführt. Angelieferte Rundstämme werden auf Kundenwunsch entsprechend geschnitten. Allerdings ist eine Mindestlänge der Bäume von 2,80 Metern erforderlich, höchstens 14,50 Meter. Dabei ist auf einen Höchstdurchmesser von 70 Zentimeter zu achten.

Geöffnet sind Holzhandel und Sägewerk bei „Harrer Sägewerk & Kistenbau“ von Montag bis Freitag jeweils von 7.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr. Weitere Termine (auch Samstag) sind nach vorheriger telefonischer Vereinbarung möglich.

Sägewerk Harrer
Isarstraße 61
83623 Ascholding
Telefon: (08171) 21024
E-Mail: info@harrer-holz.de
Web: www.harrer-holz.de

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