Eine Spiel-Stadt für Kinder

Mehr Aktivitäten und Aktionen für junge Tölzer

Weg zum Kalvarienberg in Bad Tölz.
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Das Projekt „Bespielbare Stadt“ wurde im jüngsten Hauptausschusses einstimmig befürwortet. Kinder und Jugendliche sollen Parks und öffentliche Flächen in Bad Tölz zum Spielen nutzen und sich aktiv bei der Stadtentwicklung einbringen.

Bad Tölz – In der bei Kindern beliebten Hörspielserie „Bibi Blocksberg“ gibt es eine Folge, in der den Mädchen und Buben vom Hausmeister einer Ferienanlage alles verboten wird, was Spass macht.

Diesem abschreckenden Beispiel will man in der Stadt Tölz nicht folgen: Kinder und Jugendliche sollen nämlich Parks und öffentliche Flächen zum Spielen nutzen und sich aktiv bei der Stadtentwicklung einbringen.

Etwa die Marktstraße als Skateboard-Parcours oder der Kurpark als Spielwiese für Federball und Frisbee. „Stadt ist, was du draus machst“, so formuliert Tölz‘ Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) das Motto. Aus dem Leitgedanken ist der Plan „Bespielbare Stadt“ entstanden, der jüngst in der Hauptausschusses einstimmig befürwortet wurde. Die Einzelheiten wurden dabei von Sozialplaner Franz Späth vorgestellt.

Tölz´ Bürgermeister Ingo Mehner

Gedacht ist an die Nutzung „von Vorhandenem“ durch verschiedene Altersgruppen und ein Klima, in dem diese Aneignung toleriert werde. „Denn Spannungen zwischen den Generation sollten natürlich nicht aufkommen“, sagte Späth, „sondern ein Miteinander“.

Stadt ist, was du draus machst.

Tölz´ Bürgermeister Ingo Mehner

Erste Projekte wurden bereits umgesetzt: Die Freigabe von drei öffentlichen Flächen für junge Graffiti-Kunst, der Outdoor-Parcours neben dem Bürgerhaus am Lettenholz sowie der sogenannte Pumptrack auf der Flinthöhe.

Idee entstand am Girlitzer Weiher

Ausgangspunkt war die Überlegung des früheren Bürgermeisters Josef Janker, einen Spielplatz am Girlitzer Weiher zu bauen. Dazu wurde ein Stadtentwicklungsunternehmen beauftragt, das die Versorgung und Qualität der vorhandenen Spielflächen im Stadtgebiet untersuchen sollte. Wie die Expertise ergab, sind diese „in der Mehrheit gut“, erklärte Späth. Im Badeteil fehlen zwar Spielplätze, im Süden Flächen für größere Kinder und Jugendliche, die am Girlitzer Weiher geschaffen werden könnten. Die meisten Kinder und Jugendlichen (23 Prozen) leben aber im Quartier an der General-Patton-Straße.

Dort sei dennoch eine ausreichende Abdeckung mit Spielplätzen gewährleistet, erklärte Späth. Mit einer Flyer-Aktion in den Schulen wurden vergangenen Sommer auch Kinder und Jugendliche nach ihren Wünschen befragt. Ein Pumptrack, der am Sportpark bereits umgesetzt ist, sei oft genannt worden, so Späth.

Für heuer sind weitere Aktionen geplant: Es soll eine Website über das Projekt geben (www.toelzer-jugendfoerderung.de), auch eine Radrallye für Familien an bespielbare Orte in der Stadt ist für den 24. Juli angedacht. Zudem will die Jugendförderung Spielekisten etwa mit Boccia oder Frisbee zum Verleih für die Parks zur Verfügung stellen. Einzelne Spielgeräte wie Balancierstämme oder Streetballkörbe sollen auf öffentlichen Plätzen aufgestellt werden, auch ein Parcourstraining beim Bürgerhaus ist geplant. Und beim Kindersommer soll das gemeinsame Bauen von Spielplatzmöbeln und Bänken angeboten werden.

„Rasen betreten: erlaubt“

Im Ausschuss gab es viel Lob: Filiz Cetin (SPD) nannte das Konzept „eine tolle Sache“. Sportreferent Karsten Bauer (CSU) hob das „hervorragende Engagement der Bürgerschaft“ bei der Erneuerung des Dirtparks hervor. „Der Stein ist ins Rollen gebracht“, sagte Bauer, die ehrenamtliche Gruppe habe signalisiert, dass sie auch bei weiteren Projekten mitmachen würde. Er appellierte an die Jugendlichen, die Spielflächen, etwa die Beachvolleyballfelder, pfleglich zu behandeln.

Ulrike Bomhard (FWG) regte an, in der Tölzer Touristinfo Flyer auszulegen, damit auch Urlauber über die Angebote informiert würden. Johanna Pfund (Grüne) schlug indes vor, auf Schildern darauf hinzuweisen, was auf den öffentlichen Flächen erlaubt sei und nicht umgekehrt. „Man wird bei uns keine Schilder sehen mit „Rasen betreten verboten“, sagte dazu Bürgermeister Mehner.

Karl Bock

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