„Wir nehmen, was wir bekommen“

Hausarztpraxen-Impfungen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Der ärztliche Koordinator erklärt die Regeln

Corona-Impfung in einer Hausarztpraxis
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Mancherorts werden in Hausarztpraxen bereits Corona-Impfungen verabreicht. Auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen könnte es bald losgehen.
  • Daniel Wegscheider
    vonDaniel Wegscheider
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Landkreis - Im April beginnt auch im Landkreis die Impfung in den hiesigen Hausarztpraxen. Jetzt hängt alles daran, ob die bestellte Menge Impfstoff auch kommt.

Auf Initiative des ärztlichen Koordinators im Landkreis, Dr. Jörg Lohse, haben sich die Praxen eng miteinander vernetzt und stehen im stetigen Austausch miteinander. „Ein Vorteil“, sagt Lohse, „denn so können wir nun gemeinsam bei der Regelversorgung anpacken und an einem Strang ziehen.“ Denn das ist die Schiene, über die im Landkreis in die Hausarzt-Impfung eingestiegen wird.

Lohse erklärt die beiden Linien, die zum Impfstart in den Hausarztpraxen zu unterscheiden sind: „Das eine sind die Praxen, die in einer einmaligen Aktion des Freistaats mit Impfstoffen ausgewählt und versorgt wurden. Hier gibt es kaum Praxen im Landkreis, die in diesem Zuge Impfungen vorgenommen hatten.“ Die zweite Linie ist der Einstieg in die Regelversorgung. Und hier beteiligen sich schätzungsweise drei Viertel aller Hausarztpraxen im Landkreis. „In Zahlen sind das etwas mehr als 50 Praxen, die mit Impfstoff versorgt werden“, so Lohse weiter. Bis Dienstag (30. März) konnte der Landkreis bei den Apotheken erstmals bestellen, limitiert sei die Bestellung momentan auf 50 Impfungen pro Woche.

Wenn der Impfstoff kommt, dann geht das Telefonieren los

 Dr. Jörg Lohse
Der ärztlichen Koordinator im Landkreis: Dr. Jörg Lohse

Jetzt hängt alles daran, ob die bestellte Menge Impfstoff auch kommt. Bestellt wurden 50 Impfdosen. Heute (1. April) hat das Landratsamt die Mitteilung bekommen, dass 30 davon geliefert werden. „Wenn der Impfstoff kommt, dann geht das Telefonieren los, denn dann bestellen wir unsere Patienten, die wir bereits erfasst haben, für die Impfungen direkt ein.“ Ein paar Tage haben die Hausärzte nach der Anlieferung Zeit, um den Impfstoff zu spritzen.

„In der Praxis ist das alles gut machbar“, sagt Lohse und weiter: „Wir klären auf, drucken die entsprechenden Einwilligungs- und Aufklärungsbögen aus, lassen diese unterschreiben, wenn sich die Patienten für die Impfung entscheiden, und dann kann geimpft werden.“ Am Ende des Tages werden die durchgeführten Impfungen dem RKI gemeldet, eine aufwändige Dokumentation, wie in den Impfzentren, sei allerdings nicht gefordert.

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Aussuchen können auch die Hausärzte nicht, welchen Impfstoff es gibt. „Wir nehmen, was wir bekommen“, so Lohse, „und dann wägen wir nach den Richtlinien der Impfkommission ab, wem wir welches Vakzin empfehlen können.“

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