Wenig Spielraum

Haushaltssatzung für das Jahr 2021 verabschiedet

Dr. Hans Schmidt
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Wünscht sich mehr Klimaschutzmaßnahmen: Dr. Hans Schmidt (Bündnis 90/Grüne)

Wolfratshausen – Ein stark rückläufiges Gewerbesteueraufkommen, ansteigende Personalausgaben und hohe Investitionen prägen den Haushalt der Stadt. Der Stadtrat befürwortete die Satzung mit 23:2 Stimmen.


So werden die Gewerbesteuereinnahmen nicht bei den erhofften zehn Millionen, sondern lediglich bei 8,5 Millionen Euro liegen. Rückläufig ist zudem die Einkommensteuerbeteiligung, die nur noch 14,2 statt 14,8 Millionen Euro beträgt. Dagegen sind die Personalkosten im Vergleich zum Vorjahr von 8,5 auf neun Millionen Euro gestiegen.

Die Kreisumlage hat sich von 11,7 Millionen auf knapp 12,9 Millionen Euro erhöht. Laut Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) könne deshalb nicht mehr wie üblich eine Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt erfolgen. Stattdessen müssen etwa 865.000 Euro vom Vermögens- in den Verwaltungshaushalt überführt werden. Aus den Rücklagen werden rund 2,5 Millionen Euro entnommen, sodass hier nur noch 5,9 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Während im Jahr 2021 keine Kreditaufnahmen vorgesehen sind, bleibt 2022 wahrscheinlich ein Finanzierungsbedarf von etwa drei Millionen Euro übrig. Der Schuldenstand der Stadt könnte aufgrund teurer Baumaßnahmen wie die Sanierung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg innerhalb von drei Jahren von 7,8 Millionen auf 21 Millionen Euro anwachsen. Allein im Jahr 2021 sollen rund 4 Millionen Euro in die Dachsanierung der Sporthalle Wolfratshausen, die Beschaffung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr Wolfratshausen, die Sanierungen des Rathaus-Cafés und des Heimatmuseums sowie in die Erweiterung des Feuergerätehauses in Weidach investiert werden. „Spielräume für neue Wünsche sind derzeit leider nicht vorhanden“, bedauerte Heilinglechner. Gegen den Haushaltsplan stimmten Rudi Seibt und Dr. Hans Schmidt (beide Grüne). Beide wünschen sich höhere Ausgaben für Klimaschutzmaßnahmen.

Peter Herrmann

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