Kreisausschuss gibt Plazet zur Einstellung eines Isar Rangers

Hausmeister für die Obere Isar

+
Sepp Bartl von der Lenggrieser Bergwacht ist derzeit noch die einzige Kontrollinstanz im Sinne des Naturschutzes an der Oberen Isar – hier bei einem Einsatz bei wild Campierenden am Sylvenstein. Nun erhält er Unterstützung durch einen Isar Ranger.

Lenggries – Der Landkreis stellt einen zusätzlichen Isar Ranger ein, der zwischen Wallgau und Vorderriß sowie im Bereich von Bad Tölz bis zum Sylvensteinsee für Recht und Ordnung sorgen soll. Der Kreisausschuss befristete diese Stelle zunächst auf zwei Jahre.

Der Wunsch nach einem Ranger ist nicht neu. Der Lenggrieser SPD-Kreisrat Karl Probst hatte bereits im Oktober 2010 einen Antrag gestellt, ihn aber wieder zurückgezogen, da zunächst Ehrenamtliche aus Vereinen die Kontrollaufgabe  an der Isar übernehmen sollten – was in der Praxis an bürokratischen Hindernissen scheiterte. Im August 2012 erneuerte Probst seinen Vorstoß. Denn: „Die Verhältnisse haben sich dort nicht geändert.“ Seit langem ärgert er sich darüber, dass ein Teil der Erholungssuchenden die Bestimmungen für den Natur- und Landschaftsschutz missachten. Die Notwendigkeit eines Isar Rangers für den Bereich der Oberen Isar zwischen Wallgau und Vorderriß sowie im Bereich von Bad Tölz bis zum Sylvensteinsee erklärt Probst auch damit, „da die Polizei und die zuständigen Behörden nicht in der Lage sind, die Vorschriften so zu gewährleisten, wie es im Interesse des Naturschutzes aber auch der Mehrheit der einsichtigen Besucher notwendig wäre“. Die immer heißeren Sommer in den bisherigen Urlaubszielen im Süden bringen es mit sich, dass immer mehr Urlauber auf nördlicher gelegene Gegenden ausweichen. So sei schon jetzt an der Oberen Isar ein enormer Besucherzuwachs festzustellen. Und bei diesem Andrang bleiben schwarze Schafe nun einmal nicht aus. Zu tun gäbe es genug: Feuerstellen, Müll, wilde Zelt-Lager. 

Dass Handlungsbedarf besteht, sieht auch der Kreisausschuss so. Wenngleich Vize-Landrat Werner Weindl (CSU), seineszeichens Lenggrieser Bürgermeister, die Einstellung des Rangers nur als zweijährigen „Versuch“ befürwortet. Danach gelte es die Stelle „sehr kritisch zu hinterfragen“. Die Naturschutzwacht, die bislang den Bereich ehrenamtlich überwacht, ist der Bergwacht unterstellt. Der Isar Ranger soll indes keine Konkurrenz zu den Ehrenamtlern aus Naturschutz und Bergwacht sein, vielmehr als Unterstützung dieser Kräfte gesehen werden. Erfahrungen hat der Landkreis mit Rangern bereits. Zwei solcher Kräfte – Bernhard März und Andreas Huber – patroullieren in der Pupplinger Au. Der Schwerpunkt der Arbeit der Ranger liegt auf Information und Aufklärung. „Ranger sind keine Naturschutz-Polizisten“, betonte Landrat Josef Niedermaier (FW). Rangern können aber die gleichen Befugnisse wie der Naturschutzwacht übertragen werden. Mitglieder der Naturschutzwacht sind nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz etwa ermächtigt, eine Person zur Feststellung ihrer Personalien anzuhalten oder eine Person vorübergehend von einem Ort zu verweisen oder einen Platzverweis auszusprechen. Die Feststellung der Personalien scheitert in der Praxis allerdings oftmals an der Kooperationsbereitschaft der angetroffenen Personen. 

Der Kreisausschuss machte letztendlich den Weg dafür frei – befristet auf zwei Jahre wird er dann an der Oberen Isar nach dem Rechten sehen. Seit 1984 gibt es im Landkreis Isar Ranger. Zunächst wurde einer in Folge des Baus der Münchner Wasserleitung von Farchant nach Baierbrunn Ende der 1970er und 1980er Jahre angestellt. Als die Leitung die Pupplinger Au querte, forderte der damalige Landrat Dr. Otmar Huber eine Ausgleichsmaßnahme: Eine Zahlung von einer Million Mark durch die Stadt München an den Bayerischen Naturschutzfonds. Zu dieser Zeit ist auch die Idee eines „Hausmeisters“ für das Naturschutzgebiet geboren worden – und 1984 wurde dann der erste „Ranger“ für das Schutzgebiet angestellt. 1988 kam der zweite dazu. Die Zinserträge aus der Ausgleichszahlung sind enorm zurück gegangen. Jährlich werden daraus etwa 9.000 Euro vom Bayerischen Naturschutzfonds für die Personalkosten erstattet. Zu wenig, um die tatsächlichen Kosten damit zu tragen. Der Landkreis muss hier ordentlich in die eigene Tasche greifen. Für die beiden Ranger März und Huber wurden im Jahr 2011 Personalkosten in Höhe von knapp 25.000 Euro fällig. Ralf Fastner

Auch interessant

Kommentare