Wissenswertes über Gelting

Helmut Schmidmeier eröffnet Ausstellung auf Tafeln im Museum

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Auf 18 Tafeln werden unter anderem Katasterauszüge und Flurkarten erläutert.

Geretsried – Bis zum 31. Januar 2020 ist im Foyer des Museums an der Graslitzer Straße die Sonderausstellung „Als Gelting nach Geretsried kam …“ zu sehen. Bei der Vernissage stellte Helmut Schmidmeier vom Arbeitskreis Historisches Geretsried (AHG) die 18 Tafeln vor.

„Da ist etwas ganz Interessantes entstanden“, lobte Bürgermeister Michael Müller. In mühevoller Detailarbeit hat Helmut Schmidmeier verschiedene Kataster und Flurkarten aus dem 19. Jahrhundert gesichtet. „Ich habe die Ausstellung gemacht, weil vieles noch nicht ausreichend erforscht war“, erklärte er seine Motivation.

Dabei ging es ihm vor allem darum, die Auswirkungen der verschiedene Reformen Bayerns unter dem Einfluss von Graf Montgelas darzustellen. Erläutert werden zudem die Landvermessung in den Jahren zwischen 1809 und 1825, die Bildung von Katastern und die Neuerungen unter Kurfürst Maximilian IV, der später zum König Maximilian I von Bayern wurde.

Grenzstreitigkeiten mit Landbesitzern im damaligen Wolfratshauser Forst führten schließlich zur Gemeindebildung Geltings. In den Aufzeichnungen des Klosters Benediktbeuern wurde der Ort indes schon im Jahre 740 erwähnt. Zudem weisen Gräberfunde auf eine mittelalterliche Besiedlung hin. Die Tafel „Bei den Leuten des Gelto“ verweist auf 85 Bestattungen. „Der damaligen Sitte gemäß wurde zusammen mit dem Toten dessen persönliches Eigentum niedergelegt: Schmuck und Trachtausstattung bei den Frauen beziehungsweise Waffe bei den Männern, dazu ein Kamm, gelegentlich ein Kästchen oder Totengefäß“, erklärte Schmidmeier. Leider wurden in einigen Gräbern wertvolle Beigaben von Räubern entwendet.

Anfang des 19. Jahrhunderts bestimmten dann Steuereinteilungen die Festlegung von Gebieten. „Die Politik musste dann folgen“, stellte Schmidmeier fest. Belegt wird dies in der Ausstellung durch eine sogenannte Flurkarte, auf der der einstige Wolfratshauser Forst eingezeichnet ist. So wurden aufgrund der geplanten Steuerreform schon 1803 die Forstrechte der Geretsrieder Bauern in schriftlicher Form erfasst. „Eine brauchbare Karte lag aber erst 1810 vor“, berichtete Schmidmeier.

Da die Ackerflächen der Bauern damals vom Wald umgeben waren, standen kaum Weideflächen für das Vieh zur Verfügung. Wenn die Tiere aber auf verbotenen Flächen weideten, drohten den Bauern Strafen und sogar die Pfändung. „Dagegen konnte der Staatsforst seine Rentabilität steigern“, sagte Schmidmeier. Zwei Jahrhunderte später geht es nun vor allem darum, dass Gelting seinen dörflichen Charakter bewahrt. „Dafür werde ich mich auch in Zukunft einsetzen“, versprach Bürgermeister Müller.

Peter Herrmann

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