Fusion anstatt Auflösung

Herbst-Vollversammlung der Bäcker-Innung Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach

Landesinnungs-Obermeister Heinz Traublinger bei der Herbst-Vollversammlung der Bäcker-Innung Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach
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Landesinnungs-Obermeister Heinz Traublinger bei der Herbst-Vollversammlung der Bäcker-Innung Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach.
  • Ewald Scheitterer
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Landkreis - Bäcker-Innung aus der Region blickt auf ein turbulentes Jahr zurück. Bei der Hauptversammlung warb Obermeister Traublinger, durch Fusionierung größere Innungen zu schaffen.

Etwas verärgert zeigte sich Konrad Stelmaszek, Obermeister der Bäckerinnung Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach jüngst in der Herbstversammlung der Bäcker über die Berichterstattung in den Medien während des Corona-Lockdowns: „Da war überall die Rede davon, dass Supermärkte geöffnet blieben. Dass aber auch Bäckereien und Metzgereien dienstbereit waren, davon war kein Wort zu hören oder zu lesen.“ So habe man versucht, mit einer gemeinsamen Werbekampagne dem entgegen zusteuern. Nachdem ja Corona-bedingt in den vergangenen eineinhalb Jahren keine Versammlung abgehalten werden konnte, hätten sich einige Probleme aufgestaut, da die Amtszeit verschiedener Innungs-Funktionäre in dieser Zeit abgelaufen sei.

Ein weiteres Problem hatte sich aufgetan, nachdem Anneliese Krinner ihre jahrelange Tätigkeit in der Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft in Holzkirchen im Frühjahr beendet hatte. „Da Frau Krinner noch viele Überstunden abgebaut und Resturlaub genommen hat ist leider vieles liegengeblieben“, erklärte Nachfolger Simon Dennhöfer, der erst im August seine Arbeit aufgenommen hat. Deshalb konnte er weder einen Kassenbericht vorlegen noch einen Haushaltsplan. Er versprach jedoch: „Bei der nächsten Versammlung hoffe ich, einen ordentlichen Haushalt vorlegen zu können.“

Stabile Situation bei den Bäcker-Lehrlingen

Von einer erfreulich stabilen Situation und einem „sehr positiven Resultat“ bei den Lehrlingen sprach Franz Hampel, Direktor der Tölzer Berufsschule: „Wir haben zuletzt zwölf Bäcker-Lehrlinge und Bäckerei-Fachverkäufer verabschiedet, drei davon sogar mit einem Staatspreis.“ Staatspreis bedeutet, dass der Auszubildende mit einer Note von 1,5 oder besser seine Lehre abgeschlossen hat.

Mit aktuell zehn neuen Bäcker- und 13 Konditor-Lehrlingen konnte zudem heuer „eine sehr stabile Klasse“ bei den Berufsanfängern gebildet werden. „Es sieht so gut aus, dass wir auch künftig den Berufsschul-Standort Bad Tölz erhalten können.“ Schwarz sieht Hampel allerdings für die Zukunft bei den Fachverkäufern: „Da wird es zunehmend schwieriger, eine Klasse voll zu bekommen.“.

Gut funktioniert habe während der Pandemie „nach einigen Anlauf-Schwierigkeiten“ der Distanz-Unterricht, „auch wenn es am Anfang eine große Herausforderung war“. Hampel machte deutlich, dass dabei mehr Eigenverantwortung auf die Auszubildenden zugekommen sei: „So sind leider auch einige auf der Strecke geblieben.“

Mit einigen Neuerungen machte Heinz Traublinger, der Landes-Innungsmeister, die hiesigen Bäcker bekannt. Dabei zeigte er sich als Freund des Block-Unterrichts für die Auszubildenden: „Mir ist klar, dass neun Wochen Unterricht am Stück gerade für kleine Betriebe durchaus ein Problem darstellt. Doch andererseits lernen die jungen Leute dabei mehr und auch unser duales Ausbildungssystem wird dadurch gestärkt.“

Fusion soll größere Bäcker-Innungen schaffen

Zudem warb Traublinger für die Idee, durch Fusionierung größere Innungen zu schaffen. Von den 4.500 produzierenden Betrieben im gesamten Bundesgebiet haben 2020 weitere 220 aufgehört. Darunter auch viele in Bayern. Das wirke sich auch auf die Innungen aus: „Von den 15 Bäcker-Innungen in Oberbayern sind einige mit weniger als zehn Betrieben dabei. Das kann auf Dauer nicht funktionieren. Da besteht die realistische Gefahr, dass einige zwangsaufgelöst werden, da sie ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen können.“

Deshalb favorisiere Traublinger Fusionen, um wieder „schlagkräftige Innungen zu erhalten“. Er betonte, dass Fusionen nichts mit Auflösung oder „schlucken“ zu tun haben: „Keiner würde dabei seine Selbstständigkeit verlieren.“ Die dann gebildeten Innungsbezirke würden fortan statt mit einem Obermeister mit einem Obmann an der Spitze in der neuen Groß-Innung vertreten sein. „Praktisch ändert sich für sie nichts, außer dass alle einer großen Dachorganisation angehören.“ Traublinger pries die Vorteile so einer Neuorganisation zu „einem starken Verband“.

Junge Leute fürs Bäcker-Handwerk über Soziale Medien werben

Der Landes-Innungsmeister präsentierte einige Werbeclips für das Bäcker-Handwerk, die jüngst von der Innung München/Landsberg mit entsprechendem Presseecho in zahlreichen Medien geschaltet worden waren. Stelmaszek dazu: „Werbung, die junge Leute ansprechen soll, geht heute nur über die sozialen Medien.“

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