Hilfe aus ganz Deutschland

Hiroshi Kinoshita, Bürgermeister der Wolfratshauser Partnerstadt Iruma, ist besorgt über die Entwicklung in dem außer Kontrolle geratenen Atomkraftwerk Fukushima I.

Alle Mühen scheinen vergeblich: Trotz des Einsatzes von Löschhubschraubern am havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima I bleibt die radioaktive Strahlung hoch. Vor diesem Hintergrund bereitet sich Wolfratshausen nun auf die Aufnahme von Kindern und Familien aus der japanischen Partnerstadt Iruma vor.

Sollte es zur Nuklearkatastrophe kommen, verspricht Bürgermeister Helmut Forster der Partnerstadt seine Hilfe: „Wenn Kinder und Familien raus aus der Stadt müssen, dann können wir ihnen eine Unterkunft anbieten.“ Diese Solidaritätsbekundung Forsters löste bundesweit eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Allein am vergangenen Mittwoch führte Sekretärin Gaby Marscher von sieben bis zwölf Uhr „rund 100 Telefonate“. Die Hilfsbereitschaft sei überwältigend, sagt sie. Die Angebote für eine Unterkunft kommen nicht nur aus dem Landkreis, sondern aus dem ganzen Bundesgebiet – von Gaißach bis Salzwedel. Irumas Bürgermeister Hiroshi Kinoshita dankt derweil Forster für die Anteilnahme und betonte, dass die Solidaritätsbekundung Iruma „viel Mut und Kraft geben wird, um mit dieser schwierigen Situation besser umgehen zu können“. Fachleute beurteilen die Lage in Japan äußerst kritisch: Nach Einschätzung französischer Atomexperten droht eine „nukleare Verseuchung größeren Ausmaßes“. Die Überlebenden von Erdbeben und Tsunami haben kaum noch Wasser, Lebensmittel und Benzin. Vielerorts ist es bitter kalt. Kinoshita sehe die Katastrophe nach dem Erbeben und dem Tsunami sehr kritisch, sagte Forster, vor allem aber die Situation am Atomkraftwerk Fukushima I. Derzeit ist die Lage in der 40 Kilometer nördlich von Tokio liegenden Stadt Iruma „ruhig und einigermaßen in Ordnung“, sagt Forster. Das Beben hatte dort die Stärke vier, die Nachbeben wiesen eine Magnitude von zwei auf. Forster: „Die Erschütterung war in Iruma spürbar, die Wände haben gewackelt.“ Tote und Verletzte habe es aber keine gegeben. Japan steht ein Energienotstand bevor. „Durch einen geplanten Stromausfall von rund drei Stunden täglich unterstützt Iruma den Norden Japans“, sagt Forster unter Berufung auf Kinoshita. Bürgern, denen es möglich ist, eine Unterkunft anzubieten, können sich unter Tel: 08171/214401 melden.

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