Der (Hilfe)-Ruf des Kuckucks

Bund Naturschutz meldet Rückgang des Vogels: Bürger können mit dem Projekt „Lebensraum Garten“ helfen

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Hungriges Kuckuckskind: Der Vogel liebt besonders den Nachtfalter, eine Schmetterlingsart, die hierzulande am Verschwinden ist.

Icking – Wenn der Kuckuck ruft, gilt es die Ohren zu spitzen: Laut Volksmund kann ein aufmerksamer Zuhörer daran nämlich seine verbleibenden Lebensjahre abzählen. Dem Bund Naturschutz Icking geht es aber nicht um die Vogel-Mär, sondern um dessen Schutz: Im Rahmen des Projekts „Lebensraum Garten“ will der Umweltschutzverband zeigen, wie durch das Anpflanzen von Nachtblühern dem Kuckuck geholfen werden kann.

„Wir wollen mit unserem Projekt zeigen, wie gut es ist, wenn wir in unserem eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon keine Pestizide spritzen und stattdessen so viel Natur wie möglich zulassen“, berichtet Dr. Beatrice Wagner vom Bund Naturschutz in Icking. Auf diese Weise könne jeder etwas gegen das Artensterben tun, so die Vorsitzende weiter.

Er ist wieder zu hören: der Kuckuck, der bereits Mitte April von seinem Winterquartier aus Afrika zurückgekehrt war. „Zwar bekommen wir ihn so gut wie nie zu Gesicht, aber jeder kennt seinen charakteristischen Ruf“, erklärt Wagner. „Aber wo ist der Kuckuck?“

Laut dem Bund Naturschutz mag es dafür mehrere Gründe geben: „der Hauptgrund ist das Verschwinden der Nachtfalter, denn der Kuckuck braucht sie zum Leben“, betont die Bund Naturschutz Vorsitzende. Und hier kann nun jeder Landkreisbürger im Rahmen des Projekts „Lebensraum Garten“ mithelfen – indem sie wieder Nachtfalter in ihren Garten oder auf den Balkon locken.

Nachtfalter sind Schmetterlinge, die nachts fliegen. Sie sind nicht bunt, sondern zeigen sich in dezenten Nachtfarben: beige, dunkel, samtig, matt. Auch sie seien, wie die Bienen, für die Bestäubung von Blüten wichtig; so Wagner weiter. „Doch ihre Raupen sind auch das Hauptnahrungsmittel für den Kuckuck.“

Um Nachtfaltern, und damit dem Kuckuck, im eigenen Garten eine Heimat zu bieten, müssen wir laut Wagner nur zwei Tipps berücksichtigt werden. Erstens: Nachtblühende heimische Sorten einpflanzen. Das sei insbesondere die Nachtkerze. Aber auch Ziertabak, Katzenminze, die weiße Lichtnelke und das Seifenkraut gehören dazu.

Zweitens: Die Nachtbeleuchtung im Garten mit dem Schlafengehen ausschalten. Nachtfalter lassen sich nämlich vom hellen Licht anziehen. „Sie meinen dann fälschlicherweise, es sei der Mond. Aber weil die künstliche Beleuchtung so nah ist kommt ihr Orientierungssystem durcheinander und sie krachen irgendwann in die Lampe hinein“, erklärt Wagner. „Ein für sie tödlicher Unfall“.

Auch für den Blumeneinkauf gibt der Bund Naturschutz noch Ratschläge: „Wenn Sie nun auf die Suche nach Nachtblühern gehen, machen Sie einen Bogen um die großen Gartencenter oder Baumärkte“, sagt Wagner. „Die Pflanzen dort kommen oftmals in Containern von weither an, zuvor wurden sie möglicherweise in geheizten Plastiktunnels gezüchtet und mit Insektiziden und Kunstdünger angereichert.“

Daher rät der Bund Naturschutz eher in hiesigen Gärtnereien einzukaufen. „Da können Sie sicher sein, dass die Pflanzen hier großgezogen wurden, weshalb sie unseren Boden und unser Klima gut vertragen und auch den heimischen Insekten keinen Schaden zufügen“, so Wagner. dwe

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