„Das Zuhause aufrechterhalten“

Hilfsangebot für Kinder- und Jugendliche im Tölzer Landkreis

Eva Burchard, Anna Zorawski, Oliver-Arnold Giessler-Fichtner, Katrin Stefanides, Eva Berleb, Marianne Neumayr und Iris Maurus.
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Der Arbeitskreis „AK Kipse“ setzt sich für Kinder- und Jugendliche psychisch kranker Eltern ein: (v.l.) Eva Burchard, Anna Zorawski, Oliver-Arnold Giessler-Fichtner, Katrin Stefanides, Eva Berleb, Marianne Neumayr und Iris Maurus.
  • Viktoria Gray
    VonViktoria Gray
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Landkreis – Wie kann Kindern geholfen werden, deren Eltern emotional krank sind? Daraus entstand der Arbeitskreis „Kinder psychisch und suchtkranker Eltern“, kurz „AK Kipse“.

Vergangenes Jahr wurde der Arbeitskreis gegründet. Er setzt sich aus unterschiedlichen regionalen, pädagogischen Einrichtungen zusammen. Gemeinsam wollen sie die große Not von betroffenen Kindern im Landkreis in den Mittelpunkt rücken. Dabei arbeiten Fachleute zusammen, die das Thema voran- und auch mehr in die Öffentlichkeit bringen wollen.

Bandbreite gut vertreten

„Zahlreiche Studien und Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder, die mit psychisch kranken Eltern aufwachsen unter deutlich erschwerten Lebensbedingungen aufwachsen“, erklärte die Psychologin und Familientherapeutin Eva Burchard von der Ökumenischen Beratungsstelle in Tölz anhand ihrer Präsentation. Grundsätzlich könne man davon ausgehen, dass Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern zwei bis drei Mal öfter von psychischen Auffälligkeiten betroffen sind. Da nun der „AK Kipse“ seine Arbeit aufnehme, würden die verschiedenen Fachstellen „die Bandbreite ganz gut vertreten“. Betroffene Kinder, so Burchard, „wären in ihrer emotionalen und kognitiven Entwicklung gefährdet und beeinträchtigt.“

„Kleine Erwachsene“

Die Auffälligkeiten würden unterschiedlich aussehen. So leiden die jungen Betroffenen oft an Konzentrationsstörungen, sind aggressiv oder hyperaktiv. Ein typisches Symptom sei auch, dass „Kinder zu kleinen Erwachsenen werden“, wie Burchard ausführte. Kinder würden sich eher wegducken. „Sie wollen das Zuhause aufrechterhalten und versuchen sich möglichst unauffällig zu verhalten.“

Hilfsangebote zentralisiert

Auch würde es darum gehen, „alle möglichen Beteiligten für das Thema zu sensibilisieren“, wie Marianne Neumayr vom Amt für Jugend und Familie erklärte. Der Arbeitskreis sei also vorrangig ein „Beratungsangebot für alle“. Dem stimmte auch Oliver-Arnold Giessler-Fichtner vom DRV Bayernsüd zu: „Die bereits bestehenden Hilfsangebote wurden zentralisiert.“

Wenn sich also jemand bei der Arbeitsgruppe meldet, so wird die Situation erst begutachtet und dann könne besser und präzise entschieden werden, wie die Unterstützung aussehen soll.

In einem ersten Schritt hat der Arbeitskreis „Kipse“ einen Flyer erstellt. Dieser weist auf das Thema hin und stellt zudem verschiedene Hilfsangebote vor. Sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gibt es eine Version. Ausgelegt und verteilt werden die Flyer etwa in Kitas, bei Kinderärzten und in den Jugendzentren. 

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