Hoch hinaus mit 5G

In Icking sind drei neue Mobilfunkmasten mit bis zu 50 Metern geplant

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5G ist in Icking angekommen und weitere Masten sollen folgen. 

Icking – Wo steckten die erklärten 5G-Gegner? Der von vielen Bürgern gefürchtete Mobilfunkstandard ist in Icking angekommen, aber in der wegen des erwarteten Andrangs extra in die Grundschulaula verlegten Gemeinderatssitzung blieb die Hälfte der Plätze leer – und die Stimmung friedfertig.

„Die Telekom hat bekannt gegeben, dass sie den Ickinger Standort bereits mit der neuen Technik ausgebaut hat“, sagte Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI). Der Mobilfunkbetreiber beabsichtige, möglichst alle älteren, bislang noch auf UMTS sendenden Stationen mit den Standards LTE und 5G aufzurüsten, um die Handys je nach Bedarf versorgen zu können. Außerdem sind drei weitere Masten mit der beträchtlichen Höhe von bis zu 50 Metern im Gespräch.

Die Telekom sucht aktuell zwei neue Stationen, um die Bahnstrecke mit Telekommunikation zu versorgen, außerdem will Vodafone einen Masten bauen. „Damit entstünden drei Masten auf etwa 2,5 Kilometer Luftlinie“, so Reithmann. Der von der Gemeinde beauftragte unabhängige Funktechnik-Sachverständige Hans Ulrich hat alle möglichen Standorte auf maximale Versorgung bei minimaler Strahlenbelastung geprüft und stellte die besten drei Alternativen vor. Es sind das gemeindeeigene Grundstück am Ickinger Sportplatz, eine Stelle an der S-Kurve der Bahn zwischen Spatzen- und Schlederloh sowie ein Platz nördlich von Icking im Wald.

Hohe Masten geringer Strahlenbelastung

Der Gemeinderat beschloss, alle drei im sogenannten Dialogverfahren beziehungsweise mit einem Teilflächennutzungsplan weiterzuverfolgen. Bei der geplanten Höhe von 40 und 50 Metern mussten einige schwer schlucken. „Wir opfern das Landschaftsbild zugunsten der Gesundheit“, so das Fazit von Stefan Schneider (UBI). Es gilt die Faustregel: je höher der Mast, desto geringer die Strahlenbelastung. „Der Mast strahlt über die Köpfe der fußballspielenden Kinder hinweg“, machte Ulrich am Beispiel Sportplatz klar. Die neuen Masten sollen im Vergleich zu den niedrigen älteren eine Entlastung von bis zu 70 Prozent bringen. Deshalb möchte die Gemeinde erreichen, dass die Betreiber ihre alten Antennen auf der Tankstelle und am Bauhof aufgeben und auf die neuen Standorte umsteigen.

Eine Gesundheitsgarantie könne er trotzdem nicht abgeben, entgegnete Ulrich auf die Anfrage von Matthias Ertl (PWG), ob er bei den Bürgern guten Gewissens von einer ungefährlichen Bestrahlung sprechen könne.

„Was passiert, wenn die Gemeinde sagt, wir wollen keine Masten?“, wollte Philipp Geiger (Grüne) wissen. Ulrich riet wegen der Gefahr von „wilden“ Standorten dringend davon ab. „Und es gibt viel Streit im Nachgang.“ 5G-Gegner würden den Kommunen stets die Möglichkeit zuschreiben, die neue Technologie zu verhindern, warf Claudia Roederstein (UBI) in die Runde. Zum Gegenbeweis präsentierte die Bürgermeisterin eine Liste mit Gemeinden wie Starnberg, Murnau oder Herrsching, die sich offiziell für einen Aufschub oder Stopp ausgesprochen hätten. „Es ist nicht gelungen, die Orte von 5G freizuhalten“ sagte Reithmann. „Alle sind real erschlossen, denn auf dem privatem Markt finden sich immer Standorte.“ ha

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