Honigbiene im Schützengraben

Fastenprediger Bruder Barnabas derbleckt Kommunalpolitiker in den Ratsstuben

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Teilte kräftig aus: Fastenprediger Bruder Barnabas alias Ludwig Schmid – und das vor vollem Haus. Denn der Ratsstubensaal war am Samstagabend restlos ausverkauft. 
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Volles Haus: Der Ratsstubensaal war am Samstagabend restlos ausverkauft.
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Bruder Barnabas (Ludwig Schmid) ehrte das „Geretsrieder Original“ Marlies Effenberger.
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Die Bunkerblasmusik eröffnete und beendete das Starkbierfest. Damit war bis zum Schluss Stimmung für die Besucher garantiert.

Geretsried – Über 1.000 Besucher amüsierten sich am Freitag und Samstag in den Ratsstuben über die Sprüche von Ludwig Schmid, der in bewährter Manier als Bruder Barnabas Kommunalpolitiker derbleckte und zudem als Musiker der Gartenberger Bunkerblasmusik für Stimmung sorgte.

Während die kommunale Politprominenz am Freitag dem Starkbierfest größtenteils fernblieb, freute sich Ludwig Schmid am Samstag über den Besuch des Geretsrieder Bürgermeisters Michael Müller, des Landrates Josef Niedermaier sowie die Anwesenheit von vielen Bürgermeistern aus den umliegenden Gemeinden.

Nach einer Schweigeminute für den im vergangenen Jahr verstorbenen Edi Hien leerte Barnabas zunächst in wenigen Sekunden eine Halbe Bier und nahm dann die Umgestaltung des Stadtzentrums sowie laufende Großprojekte ins Visier. „Des Chaos da vorn am Rathaus: Ich mein die B11-Rathaus-Ampel, die Kreuzung, die Abbiegespuren und die Tiefgarageneinfahrt: Des kimmt da vor wia Kugel beim Flipperspielen: Woasst a nie, wos d’letzlich rauskimmst“, schimpfte der Fastenprediger. Der Abriss an der Egerlandstraße erinnert ihn an eine „Mischung aus Schützengraben und Panzersperre“, das Eisstadion an einen Flugzeughangar. Beim interkommunalen Hallenbad werde schon wieder wegen den Belegungsplänen gehackelt, und auch die noch lange nicht vollzogene Verlängerung der störungsanfälligen S-Bahn wird Bruder Barnabas wahrscheinlich bis zu seiner letzten Fastenpredigt begleiten.

Scharf ging er mit Bürgermeister Michael Müller ins Gericht, der ihm einige Scherze aus dem vergangenen Jahr übelnahm. Schmid erinnerte zudem daran, dass ihm ein Anwalt im Falle einer weiteren Verunglimpfung einer Studentenverbindung sogar rechtliche Schritte androhte. Dagegen wirkte die Verunglimpfung der Nachbarstadt Wolfratshausen fast harmlos. „Dort haben sie nach vorne orientierten Stillstand mit Diskussionsbedarf: worwärts“. Kurz vor den Kommunalwahlen machte Schmid auch in ironischer Art Werbung für seine Bewerbung um ein politisches Mandat im Kreistag und ging danach auf die anderen Kandidaten ein. Dass in Icking gleich vier Frauen um das Bürgermeisteramt kandidieren, verleitete Barnabas zu dem Wortspiel „Rat‘s amal wo mir san? Richtig, z’Icking“. Die Geretsrieder Bürgermeisterkandidaten rief er im Stile eines Boxkampfkommentators aus: Larry „the unkown“ Terwey, Wolfgang „Wo drückt der Schuh“ Werner. Martina „da machen wir was mit Bürgerbeteiligung“ und der Titelverteidiger Michael „Die Honigbiene“ Müller. 

In seine Fastenpredigt integrierte Schmid die Ehrung des Geretsrieder Originals. Die Auszeichnung erhielt diesmal Marlies Effenberger von der Eghalanda Gmoi und die Metallbaufirma Zuleger, die die Buchstaben der Geretsrieder Hollywoodkurve auf Vordermann brachte. Den Abend beschlossen die witzigen Einlagen der Gartenberger Bunkerblasmusik. So schlüpfte Roland Hammerschmied in die Rolle des verstorbenen Schlagersängers Karel Gott. Ludwig Schmid hatte sein Mönchsgewand zu diesem späten Zeitpunkt längst abgelegt und griff in vertrauter bayerischer Tracht zum Saxofon. Peter Herrmann

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