Friedliche Insektenjäger

Hornissen: Tolerante Tiere, die oft missverstanden werden

Eine Hornisse.
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Hornisse: Ruhe bewahren lautet die erste Regel bei Begegnungen mit den friedfertigen Tieren.
  • Franca Winkler
    VonFranca Winkler
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Wolfratshausen/Landkreis – Hornissen werden oft missverstanden, daher möchte der Bund Naturschutz (BN) aufklären: Es sind tolerante und friedfertige Tiere.

Ihr Stich ist nicht gefährlicher als ein Wespenstich. Allergiker müssen trotzdem vorsichtig sein, da auch diese zu einer allergischen Reaktion führen kann. Hornissen meiden Menschen, wo es geht. Auch an Kuchen oder zuckersüßer Limo haben sie kein Interesse.

„Eine Hornisse ist drei bis vier Zentimeter lang und damit die größte staatenbildende Wespenart Mitteleuropas“, berichtet Sigrid Bender, BN-Vorsitzende der Ortsgruppe Wolfratshausen. Gefährlich sei ein Stich nur im Mund- oder Rachenraum, aber nicht wegen des Giftes, sondern weil dort eine Schwellung das Atmen behindern könne. Zudem müssen Personen mit einer Bienengiftallergie nicht automatisch gegen Wespen oder Hornissen allergisch sein.

Entwicklungs-Höhepunkt im August

„Hornissen sind rund-um-die-Uhr aktiv“, so Bender weiter. Das sei auch nötig, da ein großes Hornissen-Volk täglich ein halbes Kilo Insekten vertilgt und die Larven ständig gefüttert werden müssen. Die Beutejagd dient also weniger der eigenen Ernährung, sondern vielmehr der Brutpflege. Ein Hornissenjahr beginnt je nach Witterung zwischen April und Mai, findet ihren Entwicklungs-Höhepunkt im August und endet im Oktober.

Der BN möchte folgende Tipps geben, damit das friedliche Zusammenleben von Menschen und Hornissen erleichtert wird: Da wäre als erstes: Entspannt bleiben: Hornissen sind scheue Tiere. „Außerhalb ihres Nestbereichs gehen sie Konfrontationen gerne aus dem Weg“, sagt Bender. Verfliegt sich eine Hornisse nachts in ein Haus, könne das Tier durch Ausschalten des Lichtes und weites Öffnen der Fenster leicht zum Wegfliegen gebracht werden.

Umsiedlung von Hornissen nur in Notfällen

Der zweite Tipp des BN bezieht sich auf die Nester, die in Ruhe gelassen werden sollen: In einem Bereich von etwa vier Meter um das Nest reagieren Hornissen auf Störungen empfindlich und können angreifen. Halte man sich an diese „Ruhezone“, könne man den Hornissen bei ihrer interessanten Arbeit zuschauen.

Eine Umsiedlung von Hornissen sollte laut BN nur in Notfällen erfolgen. Da natürliche Nistmöglichkeiten wie Höhlen in großen Laubbäumen an Waldrändern vielerorts fehlen, nutzen Hornissen auch Dachböden, Scheunen oder Vogelnistkästen. Bender sagt: „Nur wenn sich der Bau an einer nicht tolerierbaren Stelle befindet, kann man über eine Umsiedlung nachdenken.“ Hierfür braucht man aber Spezialisten. Ratschläge gibt die zuständige Naturschutzbehörde des Landkreises oder der Stadt.

Hornissen zählen zu den besonders geschützten Tierarten und werden durch das Bundesnaturschutzgesetz rechtlich geschützt. Sie dürfen nicht getötet und ihr Nest nicht zerstört werden. Wer Probleme mit den Tieren hat, muss einen Experten kontaktieren.

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