Eine spannende Herausforderung

Horst Stahl über guten Zusammenhalt, die Bergrettungswache und Anwärter

Bereitschaftsleiter bei der Tölzer Bergwacht
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Horst Stahl ist Bereitschaftsleiter bei der Tölzer Bergwacht.

Bad Tölz – Gleich zu Beginn des neuen Jahres lassen wir Persönlichkeiten aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zu Wort kommen. Im Gespräch lässt der Bereitschaftsleiter der Tölzer Bergwacht Horst Stahl das Jahr 2020 Revue passieren.

In der Reihe „Wie geht‘s..?“ fragen wir Landkreis-Persönlichkeiten, wie sie die ungewöhnlichen Corona-Zeiten erleben.

Mit welchen drei Adjektiven würden Sie das Jahr 2020 beschreiben und in einem Satz erläutern warum?

„Spannend: Corona hat uns laufend vor bisher nicht bekannte Herausforderungen gestellt.Traurig: Der nicht mehr mögliche persönliche Kontakt mit den Kameradinnen und Kameraden der Bergwacht. Glücklich: Nach 100 Jahren Bergwacht Bad Tölz endlich Baubeginn für unsere eigene Bergrettungswache.“

Wie haben Sie das vergangene Jahr erlebt: berichten Sie…

„Es war eine spannende Herausforderung den Bergrettungsdienst trotz der umfangreichen Corona-Auflagen für Rettungsdienste und der gestiegenen Besucherzahlen im Oberland trotzdem immer zu gewährleisten. Es gab viele Gespräche, Sitzungen und Beratungen rund um die Finanzierung, Planung und den Bau unserer neuen Bergrettungswache bis dann endlich im September der Spatenstich erfolgen konnte.“

Welche Nachteile hat ihnen die Corona-Pandemie eingebracht?

„Wir konnten unsere bereits lange vorher geplanten Feierlichkeiten bezüglich der 100-Jahre Feier der Bergwacht Bad Tölz nicht durchführen. Eine nicht unerhebliche Kostensteigerung beim Neubau unserer Bergrettungswache durch die zusätzliche Auslastung in der gesamten Baubranche. Kein persönlicher Kontakt zu den Kameradinnen und Kameraden. Insbesondere unter den Anwärtern wäre dies in der Ausbildungsphase aber extrem wichtig, um hier ein entsprechendes Gruppenbewusstsein untereinander zu schaffen.“

Können Sie aus der Krise auch etwas Positives für sich herausziehen?

„Der Zusammenhalt innerhalb unserer Organisation war trotz der fehlenden persönlichen Kontakte sehr gut. Sehr viele haben sich bei Dienst, Einsatz und Aktionen überdurchschnittlich eingebracht. Die Umstellung der Ausbildung auf teilweisen Online-Unterricht zusammen mit der Bergwacht Lenggries ist sehr gut gelungen. Dadurch konnten trotz des Verbots sich persönlich zu treffen doch noch Schulungen durchgeführt werden. Sicherlich auch ein Model für die Zukunft.“

Gibt es ein spezielles Ereignis, dass sie persönlich beeinflusst hat?

„Die sehr positiven Rückmeldungen auf unseren Spendenaufruf aufgrund der gestiegenen Baukosten und die gezeigte Anerkennung für unsere ehrenamtliche Tätigkeit insbesondere auch bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in unserem Einsatzgebiet.“

Welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft?

„Die Termin- und Kostengerechte Fertigstellung unseres Neubaus in 2021 und weiterhin trotz der doch sehr hohen Anforderungen an die Ausbildung bei der Bergwacht Nachwuchs akquirieren zu können.“

Wie sehen Ihre konkreten Pläne für 2021 aus?

„Nach meiner Schulter-OP wieder komplett zu genesen. Mit meinem Wohnmobil wieder problemlos auch ins Ausland reisen zu können. Die Fertigstellung unserer Bergrettungswache wie geplant im Herbst 2021 und dann auch eine super Einweihungsfeier mit vielen Gästen, Freunden und Förderern durchführen zu können.“

Die Fragen stellte Daniel Wegscheider

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