„Wir sind enttäuscht“ 

Hotel- und Gaststättenverband mahnt aussetzen der Modellregionen

Gestapelte Tische und Stühle im Außen-Gastronomiebereich
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Gestapelte Tische und Stühle im Außen-Gastronomiebereich: die Restaurants bleiben weiterhin erst einmal zu.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Bad Tölz – Angesichts der hohen Infektionszahlen verschiebt die bayerische Staatsregierung mögliche Corona-Lockerungen und den Start der Modellprojekte für weitere Öffnungsschritte um mindestens zwei Wochen.

Auch in Regionen, in denen wegen einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 oder 100 theoretisch weitere Öffnungen in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport möglich wären, können diese also frühestens ab dem 26. April erfolgen. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in München.

Laut dem Hotel und Gaststättenverband müsse während der Corona-Pandemie freilich das gemeinsame Ziel sein, ungeschützte Kontakte zu minimieren. Doch diese schaffe man laut der neuesten Pressemitteilung des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bayern) nicht mit „einem undifferenzierten pauschalen Dauerlockdown“.

„Wir sind enttäuscht“, so die Hotel- und Gaststätten-Präsidentin Angela Inselkammer: „Auch für uns steht die Sicherheit von Mitarbeitern und Gästen immer an oberster Stelle. Uns geht es nicht um Öffnungen auf Kosten der Gesundheit oder um jeden Preis. Auch wollen wir keine Öffnungen um des Öffnen-Willens, doch wir wollen, dass verantwortbare Öffnungsschritte auch gegangen werden.“

„Konzeptöffnungen sind keine Experimente“

Hierzu wären Modellregionen gerade jetzt der richtige Weg gewesen, so Inselkammer. „Konzeptöffnungen sind keine Experimente, sondern schaffen mehr Sicherheit, da weitere geschützte Bereiche geschaffen werden. Wir sind überzeugt: Wir sind Teil der Lösung und nicht des Problems. Wir haben im letzten Jahr bewiesen, dass unsere Hygiene- und Schutzkonzepte funktionieren. Wir könnten sichere Bereiche schaffen, die dazu beitragen, Orte des Aufeinandertreffens zu entzerren.

Seit Beginn der Pandemie haben Hotellerie und Speisegastronomie über sieben Monate unverschuldet geschlossen, Schankwirtschaften mehr als elf Monate und Clubs und Diskotheken sogar länger als ein Jahr. Die Lage im Gastgewerbe ist äußerst verzweifelt, die Betriebe ringen trotz Wirtschaftshilfen um ihre Existenz.

„Private Rücklagen, auch Altersversorgungen sind aufgebraucht, die Nerven liegen blank“, sagt Inselkammer und fordert: „Angesichts der andauernden Schließung unserer Branche erwarten wir von der Politik alles dafür zu tun, dass die unverschuldet in Not geratenen Betriebe eine Chance zum Überleben haben und keinen Tag länger als gesundheitspolitisch geboten, geschlossen bleiben. Der Endlos-Lockdown einer Branche ist keine Lösung und bringt nichts wie die Erfahrungen im November gezeigt haben.“

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