Schmerzen in der Brust

Hubschraubereinsatz: Lenggrieser Bergwacht rückt wegen Herzinfarkt aus

Bergretter der Lenggrieser Bergwacht
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Absprache am Landeplatz: Der Hubschrauber Christoph Murnau landet am Landeplatz in der Jachenau. Dann wurde der weitere Ablauf mit den Rettern der Bergwacht besprochen.
  • Daniel Wegscheider
    vonDaniel Wegscheider
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Jachenau - Am Samstag erreichte die Lenggrieser Bergwacht eine Einsatzalarmierung. Es folgte ein organisierter Rettungseinsatz per Hubschrauber bei der Staffelalm.

Ein 80-Jähriger aus dem Raum München war auf dem Weg zur Staffelalm auf dem Forstweg zusammengebrochen. Er klagte über Schmerzen in der Brust – verdacht auf Herzinfarkt.

Der 80-Jährige war zusammen mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn bei einer Wanderung zur Staffelalm unterwegs, die auf 1.350 Meter unterhalb des Rabenkopf-Gipfels liegt. Dort verließen den Senioren plötzlich die Kräfte – er kollabierte. „Zeit ist jetzt wichtig“, berichtet Einsatzleiter Willi Härtle von der Lenggrieser Bergwacht über die Rettungsaktion.

Rettungshubschrauber umgehend angefordert

Der Schwiegersohn des 80-Jährigen lief aufgrund des schlechten Handyempfangs am Berg herunter ins Tal, um von dort aus sofort die Rettungskräfte zu alarmieren. Um keine weitere Zeit zu verlieren, forderte Härtle umgehend den Rettungshubschrauber Christoph Murnau an, damit der Patient schnellstmöglich in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht wird, falls sich der Verdacht des Herzinfarkts bestätigen sollte.

Nach einigen Minuten des Überfliegens der Wanderwege, die zur Staffelalm führen, erspähte der Hubschrauberpilot den Patienten, der gut sichtbar mit einer roten Jacke bekleidet, zwei Kilometer unterhalb der Alm auf dem Forstweg saß. Der Notarzt und ein Bergretter seilten sich über die Winde herab, um schnell zum Patienten zu kommen, und diesen medizinisch zu versorgen. Kein leichtes Unterfangen: „Wir haben den Forstweg aufgrund des Altschnees und der Bäume nicht gut eingesehen“, erklärt Härtle weiter.

40 Meter im Luftrettungssack

Deshalb fand das Rettungsmanöver per Winde statt, damit der Hubschrauber nicht landen muss: Zuerst ließen sich der Bergwachtnotarzt sowie ein weiterer Berg­wachtler hinab. Die beiden wurden zuvor beim Schützenhaus in der Jachenau aufgenommen. Nach der medizinischen Erstversorgung ist der eingepackte Patienten mittels eines Luftrettungssack etwa 40 Meter mit der Winde in den Hubschrauber gezogen und umgehend ins Klinikum Murnau geflogen worden.

In der Zwischenzeit gingen die zurückgebliebenen Bergretter mit der Tochter des 80-Jährigen das letzte Stück zur Staffelalm hinauf. Nachdem der Patient im Klinikum aufgenommen war, flog Christoph Murnau zurück, um auch die Tochter und die beiden Retter wieder hinunter ins Tal zu transportieren. Nach zwei Stunden war der Einsatz dann beendet.

Schnelles Handeln verlangt

Härtels Fazit: „Das Meldebild ‚Herzinfarkt‘ verlangt ein schnelles Handeln“, betont der Einsatzleiter. „Wir haben daher die wichtige Entscheidung getroffen, dass der Hubschrauber direkt in die Jachenau fliegt und von dort die Crew aufnimmt.“ Zudem habe es sich ausgezahlt, dass die ehrenamtlichen Bergretter, ihre alpinen Hubschrauberdeinsätze regelmäßig trainieren.

Bereits vergangene Woche rückten die Einsatzkräfte der Lenggrieser Bergwacht wegen einer Drohne aus.

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