"Ich bin Autodidakt"

„Beim Autofahren höre ich Blasmusik, das beruhigt mich“: Kulturpreisträger Roland Hammerschmied.

Mit der Musik angefangen hat er mit einem Gartenschlauch und selbst gebasteltem Mundstück. Sein Markenzeichen: Ein Pferdeschwanz. Warum er ihn trägt, weiß er selbst nicht. „Er ist praktisch“, sagt er. Die Rede ist vom neuen Kulturpreisträger der Stadt Geretsried 2011: Roland Hammerschmied. Als er als solcher am vergangenen Dienstag vorgestellt wird, hat er eigentlich gerade gar keine Zeit, weil eine Probe ansteht, sagt er.

Hammerschmied ist Herzblutmusiker. Die Liste seiner Ehrungen auf musikalischem Terrain ist lang. Er ist Leiter der Gartenberger Bunkerblasmusik, spielt dort das erste Tenorhorn. Ferner leitet er die Vokal-Formation „Mixed Voices“. Nebst singt er als erster Bass beim Münchnerer Jazz- und Rockensemble „Voices in Time“. Mit diesem Chor gewann Hammerschmied unter anderem den ersten Preis beim Deutschen Chorwettbewerb 2006 in Kiel in der Kategorie „Jazz“. Auch die Gesangs- und Tanzgruppe der Egerländer Gmoi steht unter seinen Fittichen. All das macht Hammerschmied ehrenamtlich. Für Geretsried ist er immer da. „Er ist die eiserne Reserve der Stadt“, sagt Kulturamtsleiterin Anita Zwicknagl. Beruflich ist er Chemiemeister beim Geretsrieder Traditionsunternehmen Rudolf Chemie und „steht dort seinen Mann“, wie zweiter Bürgermeister Gerhard Meinl betont. Und das seit 1984, da begann er seine dreijährige Lehre als Chemikant. Heute ist er Sicherheitsmeister. Wie viele Geretsrieder erblickte er im Egerland das Licht der Welt – in Falkenau an der Eger. „Im Konservatorium der K.u.K.-Monarchie“, sagt Meinl. Der Musikgeist aus dem Egerland lebe in jedem fort. Hammerschmied ist seit frühester Jugend musikalisch aktiv, seit 1978 singt er in verschiedenen Chören. Auch in seinem Elternhaus ist viel Musik gehört worden – vorzugsweise böhmische Klänge von Ernst Mosch. Mit 25 Jahren beginnt der „Mozartfan“ mit der Ausbildung seiner Stimme, bei Dietrich Schneider – neun Jahre lang. In die Sphäre der Musik begibt er sich dann auf eigene Faust. „Ich bin Autodidakt“, wie Hammerschmied sagt. Das Spielen auf dem Tenorhorn habe er sich, ebenso wie das Spielen vieler anderer Instrumente, selbst beigbracht. Auf die Frage warum er kein Profimusiker geworden ist, antwortet Hammerschmied: „So kann ich das machen was ich will, und nicht das, was ich muss.“ Allerdings hat alles seinen Preis. Der zweifache Vater ist ob seiner musikalischen Aktivitäten sehr eingebunden. „Viel Zeit zuhause verbringe ich nicht“, sagt der Vater von zwei Söhnen. Kein Wunder. Allein mit der Jazz- und Rock-Formation „Voices in Time“ spielt Hammerschmied in verschiedenen Ländern. Dazu noch Auftritte und Proben mit den Gartenbergern gepaart mit allerlei organisatorischen Verpflichtungen. Um perfekt vorbereitet zu sein, nutzt Hammerschmied jede freie Minute. Die Mittagspause braucht er beispielsweise „um Noten zu lernen oder Auftritte zu koordinieren.“

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