Zweite Grundschule für Icking

Gemeinde will Verkehrschaos am Privatgymnasium Günther-Stöhr verhindern

Stöhr-Gymnasium: Die „Grundschule Villa Eggenberg“ soll in das Schulgelände einziehen.
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Stöhr-Gymnasium: Die „Grundschule Villa Eggenberg“ soll in das Schulgelände einziehen.

Icking – Seit 17 Jahren ist der St. Anna-Schulverbund mit einem Gymnasium im Ickinger Ortsteil Irschenhausen vertreten, nun soll noch eine Grundschule hierherziehen.

Die Crux ist die Schülerzahl: Bei der Erstgenehmigung des Schulgeländes wurde der Gemeinde zugesichert, 250 nicht zu überschreiten. Denn die teure Privatschule liegt mitten in einem Wohngebiet, die Zufahrtsstraßen sind schmal.

„Die Schule stellt vor allem wegen des Verkehrsaufkommens eine Belastung für die Anwohner dar“, sagte Ickings Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) neulich in der Gemeinderatssitzung. Bislang hat der St. Anna-Schulverbund die Grundschule in Solln. Der Standort soll zum Ende des Schuljahres aufgegeben und in Irschenhausen weitergeführt werden.

Auf dem weitläufigen Areal bestehen mehr Möglichkeiten als in der Stadt. 2021 wird mit dem Ersatzbau auf dem Schulgelände begonnen, der Campus soll modernisiert werden. Die Schulverwaltung ist bemüht, die Sorgen der Gemeinde auszuräumen und spricht von maximal 238 Schülern für beide Schularten. Sie will die Zahl der Grundschüler auf 48 insgesamt begrenzen und in zwei jahrgangsübergreifenden Klassen unterrichten. Das Gymnasium (190 Schüler) soll ab nächstem Jahr nur noch einzügig geführt werden. Wegfallen soll der sprachliche Zweig.

Viele der Schüler werden mit Bussen zum Unterricht gebracht. Bürgermeisterin Reithmann kündigte an, zusammen mit der Polizei Wolfratshausen und Vertretern der Schule bei einem Ortstermin zu überlegen, wie die Verkehrssituation verbessert werden kann.

Die neue Grundschule soll auch einen neuen Namen bekommen: „Grundschule Villa Eggenberg“, in Anlehnung an den repräsentativen Sommersitz, den der vermögende Justizrat Max Rüttgers Anfang des 20. Jahrhunderts für seine Familie erbauen ließ. Zur Villa Eggenberg gehörten ausgedehnte Wald- und Wiesengebiete, eine Bibliothek, ein eigenes Treppenhaus für die Bediensteten, ein Rauch-Salon, ein Billard-Zimmer, ein Speisenaufzug, eine Ulmen-Allee und ein Park. Von 1938 bis 1962 war in dem Gebäude ein Sanatorium für TBC-kranke Kinder beheimatet. Bis 2000 wurde die Villa von der Stiftung Wissenschaft und Politik genutzt. Seit 2003 befindet sich dort das Privatgymnasium Günther-Stöhr. Susanne Hauck

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