Bürger fürchten Super-Strahlung

In Icking gibt es Gerüchte um einen neuen Mobilfunkmast 5G

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Der Attenhauser Funkmast ist der größte im Ickinger Gemeindegebiet. 

Icking – In Icking kursiert ein anonymes Infoblatt, das die Angst vor Strahlenbelastung durch einen neuen Mobilfunkmasten schürt. Unter der Überschrift „Brauchen wir 5G in Icking?“ wird behauptet, dass am Sportplatz ein 31 Meter hoher Mast „zur Bestrahlung unserer Kinder und allen Lebens“ gebaut werden soll und das angebliche Gesundheitsrisiko aufgezählt. Die Rede ist davon, dass Vodafone hinter der Antenne für 5G steht, dem neuen superschnellen Handynetz. Der Flyer rief dazu auf, die nächste Gemeinderatssitzung zu besuchen. Deswegen war der Saal voll mit teilweise recht fordernd auftretenden Bürgern, die die Bürgermeisterin zu einer Diskussion zwingen wollten.

Margit Menrad behielt in der aufgeheizten Stimmung kühlen Kopf und ließ nur Fragen zu. Immer wieder griff sie zur Glocke, um die Ruhe wiederherzustellen und drohte zuletzt, den Saal räumen zu lassen. Für den 13. November kündigte Menrad einen Informationsabend an. Als Menrad das Flugblatt wegen seines anonymen Verfassers kritisierte, bekannte sich wenig später die Ickingerin Dr. Nina Pszolla öffentlich dazu.

„Bisher ist der Gemeinde nicht bekannt, dass in Icking ein 5G-Funkmast gebaut werden soll“, erklärte Menrad. „Bis jetzt ist kein Bauantrag eingegangen.“ Sollte er kommen, werde er öffentlich behandelt. Vodafone habe schon vor Jahren angekündigt, beim Sportplatz einen Funkmast errichten zu wollen. Der Gemeinderat habe bereits 2016 die Fläche zwischen Sprungschanze und Tennisplatz vorgeschlagen. Da die Strahlenbelastung mit der Höhe der Masten abnehme, solle die Masthöhe 30 Meter betragen. Wiederholt verwies sie auf die Strategie der Gemeinde, den Ortsbereich möglichst von Strahlung zu befreien, indem mit zusammen mit dem Umweltinstitut München die verträglichsten Standorte gesucht wurden. Das ist südöstlich vom Sportplatz und bei der Holzener Allee. Künftig dürften also nur hier neue Masten gebaut werden. Verbieten könne die Gemeinde Mobilfunkmasten nicht, machte Menrad den Zuhörern klar, nur über den Flächennutzungsplan den Standort regeln. „Das war die einzige Möglichkeit sicherzustellen, dass die jetzigen Standorte an der Tankstelle und südlich vom Bauhof nicht auf 5G erweitert werden.“

Die Ausführungen reichten manchen Zuhörern aber nicht. Sie forderten, einen Mast per Ortsgestaltungssatzung oder Bürgerentscheid zu verbieten, was aber laut Menrad gesetzlich nicht möglich ist. Sie verwies im übrigen auf die Verantwortung des Bundes, der die neuen Lizenzen verkauft habe.ha

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