Mit der Heimat verwurzelt

Projekt des Bundes Naturschutz: „Ickinger Baumgeschichten“

Alte Bäume in Icking
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Die alte Pausinger Eiche (l.) und die Prinzregenten-Linden an der Ickinger Kapelle sind in der Gemeinde neben ihrem Maibaum für den Ort prägend.

Icking - Um ihren alten Bäume im Gemeindegebiet Icking mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, lädt der Bund Naturschutz zu einer Route von Attenhausen bis Holzen ein. An sechs Stationen gibt es wissenswertes zu den „Ickinger Baumgeschichten“ .

„Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum, zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht’s, bedenk es, ein Jahrhundert.“ An dieses oft zitierte Bonmot von Eugen Roth hat der Bund Naturschutz Icking gedacht, als er das Projekt „Ickinger Baumgeschichten“ startete. „Icking hat so viele schöne alte Bäume, die nicht nur 100 Jahre alt sind, sondern teilweise auch 200 bis fast 300 Jahre. Sie gehören hierher und hätten so mancherlei Geschichten zu erzählen“, berichtet Beatrice Wagner, Vorsitzende des Ickinger Bundes Naturschutz.

In einem Flyer, der derzeit in alle Briefkästen im Gemeindegebiet verteilt wird, werden sechs besonders eindrucksvolle Bäume oder Baumgruppen vorgestellt, mitsamt ihren Besonderheiten.

So ist der prägendste Baum in der Gemeinde etwa die 285 Jahre alte Pausinger Eiche an der Ecke Wenzberg und Ludwig-Dürr-Straße. 1924 wurde der Laubbaum erstmals in einem Wanderbuch erwähnt. Damals führten noch Feldwege durch unbebaute Wiesen und wegweisende Punkte dienten der Orientierung, denn Straßennamen wurden in der Gemeinde erst 30 Jahre später eingeführt. Den Namen „Pausinger-Eiche“ erhielt sie von dem späteren Besitzer des Grundstücks.

Auf der Homepage (www.ickinger-baumgeschichten.de) kann die Radl-Route von etwa 14 Kilometer Länge zu den sechs Stationen heruntergeladen werden. Dort gibt es alle Informationen zu den Bäumen und ihren jeweiligen Plätzen. „Dies ist aber erst der Anfang“, so Beatrice Wagner. „Wir möchten die Ickinger aufrufen, uns ihre schönsten Lieblingsbäume zu senden, mit Fotos und einigen Zeilen, was diesen jeweiligen Baum so besonders macht.“ Diese Bäume werden dann ebenfalls mit ihren Geodaten auf die Homepage gestellt.

Der Bund Naturschutz möchte mit seinen „Ickinger Baumgeschichten“ und der Bürger-Aktion auf die alten Bäume aufmerksam machen. „Sie sind für die Natur wichtig“, berichtet Wagner. Da sie der Atmosphäre überproportional mehr CO2 als junge Bäume entziehen. Außerdem bieten sie zahlreichen Organismen und Nützlingen eine natürliche Heimat.

Nicht zuletzt „sind die alten Bäume Teil unserer Ickinger Geschichte“, betont Wagner weiter: „Wenn wir wissen, was sie einmal bedeutet haben oder zu welchem Anlass sie gepflanzt wurden, erfahren wir auch mehr über unsere Heimat und werden damit stärker mit ihr verwurzelt.“ Daniel Wegscheider

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