Zum Schutz der Schüler

Neues Verkehrskonzept findet im Ickinger Gemeinderat Zustimmung

Schulzentrum Icking
+
Nachmittags liegt das Ickinger Schulzentrum friedlich da, doch morgens ist hier die Hölle los.

Icking – Viele wünschen sich einen Zebrastreifen für mehr Schulwegsicherheit in Icking, doch eine Genehmigung dafür zu bekommen, ist nicht ohne. Doch die Gemeinde ist zuversichtlich.

Ickings Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) ist sich aber sicher: „Die 200 Autos kriegen wir zusammen“, sagte sie jüngst im Gemeinderat. Sie sieht außerdem gute Chancen für den Fußgängerüberweg, weil im Bereich von Schulen die Auflagen erleichtert würden.

Rund um das Ickinger Schulzentrum ist morgens die Hölle los. Autos laden die Kinder vor Kindergarten und Grundschüler ab, die von der S-Bahn heranströmenden Gymnasiasten queren im Pulk die Straße, dazwischen bahnen sich Busse den Weg. Die Schüler, die zu Fuß oder mit dem Radl kommen, gehen da fast unter. Immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen, weil es jeder eilig hat.

Die Gemeinde Icking hat deshalb 2019 einen Verkehrsplaner beauftragt. Die Bürgermeisterin stellte die Ergebnisse für einen ersten Eindruck vor. Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen haben ergeben: Es gibt eine Spitzenzeit, und zwar morgens von 7.30 bis 7.50 Uhr. Dann geht es richtig zu. Durchschnittlich 110 Autos wurden gezählt und 400 Bahnschüler. Auf Ludwig-Dürr-Straße als eine der Hauptverkehrsachsen im Ort wurden täglich 1.300 Autos gezählt und 65 Laster. Wenigstens halten sich die Fahrzeuge an das vorgeschriebene Tempo 30 – anders als am Talberg.

Das Verkehrsplanungsbüro Modus Consult hat Lösungsvorschläge für den „völlig unstrukturierten Verkehrsraum“ erarbeitet. Bei der Ludwig-Dürr-Straße denkt er an einen optisch abgegrenzten Gehsteig, der im Notfall von den Autos überfahren werden kann. Für Talberg, Wenzberg und Wadlhauser Straße wären Gehsteige mit Hochbord wünschenswert. Der Radverkehr kann weiter im Mischverkehr auf der Fahrbahn stattfinden. Den Kreisverkehr möchte er zugunsten einer normalen Abbiegespur auflösen. Die Elterntaxis sollen zum Talberg und zur Ludwig-Dürr-Straße umdirigiert werden und dort die Kinder an einer „Drop-off-Zone“ rauslassen. Die Bushaltestellen sollen zur Wadlhauser Straße und zum Beginn der Ludwig-Dürr-Straße verlegt werden.

Den großen Durchbruch und die Schüler sicher über die Straße sollen jedoch Zebrastreifen bringen. Die Bürgermeisterin will damit auch nicht länger warten, schon weil sie eine höhere Autoquote im Winter erwartet, nicht zuletzt wegen Corona. Sie kündigte deshalb an, als Sofortmaßnahme zusammen mit der Polizei in Wolfratshausen einen Zebrastreifen über die Ludwig-Dürr-Straße am Egartsteig am Schülerlotsenübergang einzurichten.

Bei den Räten rief das Zebrastreifen-Projekt große Begeisterung hervor. Sie hofften, dass diese Maßnahme die Autos „deutlich herunter-bremsen“ würden und viele davon in Zukunft gar nicht mehr diesen „Brennpunkt“ hineinfahren wollten. Susanne Hauck

Auch interessant

Kommentare