Alte Gräber verhindern neue Masten

Mobilfunk: Telekom schlägt zwei neue Standorte in Icking vor – Höhe wird geprüft

Funkturm  5G
+
Mobilfunk und kein Ende. In Icking beschäftigt das Thema seit 20 Jahren den Gemeinderat.

Icking –Antike Bodendenkmäler verhindern den Bau eines Mobilfunkmastes. Die Telekom lässt sich davon aber nicht abschrecken und hat bereits zwei neue Plätze im Auge.

Bevor es in die Sommerpause ging, schien eine Lösung gefunden für den umstrittenen neuen Mobilfunkmast der Telekom. Zusammen mit einem Funksachverständigen wurde ein Standort im Wald nördlich des Schulzentrums gefunden, der die gewünschte gute Versorgung bei möglichst geringer Strahlenbelastung gewährleisten soll. Doch in der ersten Sitzung nach den Ferien sah alles wieder ganz anders aus.

Ein Manko für das Ickinger Ortsbild: für die Funkmasten wäre eine Höhe von 50 Metern vorgesehen. Alte Hügelgräber aus der Bronzezeit bedeuten nun das Aus für diesen Standort. „Es gibt dort Bodendenkmäler“, teilte Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) mit. In weiterem Umgriff der Grabstellen darf kein Mast gebaut werden.

Die Telekom plant deshalb eine Verschiebung und hat zwei neue mögliche neue Standorte gefunden: der eine befindet sich weiter nördlich in den Wald hinein und der andere näher zur Straße. Bei einer gemeinsamen Begehung zusammen mit dem Mobilfunkunternehmer und den Grundeigentümern stellte sich allerdings heraus, dass diese Alternativen wegen der geologischen Lage nicht ideal für die Sendeleistung sind.

Das wirft Fragen auf, wie hoch die neue Anlage sein muss, um das auszugleichen. „Soll das heißen, dass der Mast höher als 50 Meter wird?“ wollte Gemeinderat Matthias Ertl (PWG) wissen. „Das ist es, was die Telekom derzeit prüft“, antwortete die Bürgermeisterin. Noch ist nichts unterschrieben: Die Eigentümer seien noch unschlüssig, ob sie sich auf einen Pachtvertrag einlassen sollen und hätten versprochen, nicht ohne Absprache mit der Gemeinde zu handeln. Der Gemeinderat beauftragte den Strahlenexperten Hans Ulrich, die Standorte zu prüfen.

Auch zu dem von Vodafone geplanten Masten am Sportplatz gab es News. Unterschrieben ist auch hier noch nichts. Das Mobilfunkunternehmen sei sich noch nicht sicher wo genau der Mast zu stehen kommt, weil der Bauleiter das Gelände als schwieriger einschätzt als die Akquisiteurin. „Die sollen intern klären, welche Probleme sie sehen oder nicht, wir warten das ab“, so die Bürgermeisterin.

Ausführlich beschäftigte sie sich in der Sitzung mit den mannigfachen Bedenken der Bürger, die wegen der Kinder vor allem gegen den Standort nördlich des Schulzentrums Sturm gelaufen und dicke Unterschriftslisten gesammelt hatten. Sie wünschen sich keine bestmögliche Versorgung im Ort, sondern nur eine Minimallösung. Das könnte ein Sendemast bei Schützenried sein, der nur die S-Bahn bestrahlt. „Es kam deutlich zum Ausdruck, dass keine Verbesserung gewünscht ist“, sagte Reithmann. „Das wäre ein Paradigmenwechsel zu unserem bisherigen Vorgehen.“ Für sie ein Anlass, sich erneut Gedanken zu machen. „Vielleicht sind wir eh‘ gezwungen, ganz neue Wege zu gehen.“ Susanne Hauck

Auch interessant

Kommentare