„Wir müssen die Türme verhindern“

Ickinger Bürger wollen eine Initiative gegen 5G gründen

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5G machte mobil: 200 Leute und mehr drängten sich im Dorfner Vereinsheim aneinander.

Icking – Die Angst vor 5 G treibt die Menschen um. Nur noch Stehplätze gab es beim Informationsabend im Vereinsheim Dorfen, so groß war der Andrang. Eingeladen hatten Bürger und Mediziner. Gekommen waren aber nicht nur Ortsansässige , die einen 30 Meter hohen Sendemast am Sportplatz verhindern wollen, sondern Gegner des neuen Mobilfunkstandards auch aus den Nachbarorten.

5G, die „fünfte Generation“, soll laut Bundesregierung bis 2025 flächendeckend eingeführt werden. Dafür braucht es nicht nur hohe Antennen, sondern auch einen feinmaschigeren Ausbau. Es heißt, dass 5G eine deutlich schnellere Datenübertragung bietet, legt den Baustein zum Beispiel dafür, dass die Autos einmal autonom fahren können. Aber die Sorge vor Gesundheitsschäden ist bei Teilen der Bevölkerung groß.

Referent und Mediziner Professor Wolf Bergmann warnte vor angeblichen Risiken wie Krebs, Unfruchtbarkeit und Eingriffen ins Erbgut, in der Diskussion machten Bürger die Strahlen für ein Bienensterben verantwortlich. Die Ickinger Chirurgin Dr. Nina Pszolla rief die Bürger auf, sich zu einer Initiative zusammenzuschließen, um die „Türme“ in Icking zu verhindern und den Gemeinderäten „zu reden und auf die Füße zu treten“. Unterschriften sammeln, „um etwas loszutreten“, das will auch der Wolfratshauser Grünen-Stadtrat Hans Schmidt von der Bürgerinitiative gegen Elektrosmog. Um sich erfolgreich wehren zu können, müsse man die Gemeinderäte ins Boot holen, davon war eine Vertreterin der Huglfinger Bürgerinitiative überzeugt.

Auch die Gemeinde Icking hat einen Informationsabend angesetzt, und zwar am Mittwoch, 13. November, um 19.30 Uhr im Rathaus. Eingeladen ist neben einem Rechtsanwalt der Umweltexperte Hans Ulrich, der die Gemeinde schon mehrmals in Standortfragen beraten hat. Denn die Gemeinde ist in einer Zwickmühle: verbieten kann sie die Masten nicht, nur den verträglichsten Platz zuweisen. In der Gemeinderatssitzung war 5G ebenfalls Thema. Zwar ist noch kein Bauantrag eingegangen, aber die Hinweise darauf verdichten sich: SPD-Gemeinderat Julian Chucholowski berichtete davon, dass Vodafone derzeit bei den Spatzenlohern wegen Unterschriften vorspräche. Susanne Hauck

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