„13,73 Euro als Minimum“

IG Bau fordert mehr als Mindestlohn für Reinigungskräfte

Gebäudereiniger
+
IG BAU fordert attraktiven Lohn für Gebäudereiniger, der deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen soll.

Landkreis – Sie reinigen Schulen und Büros, Krankenhäuser und Pflegeheime: Die 310 Reinigungskräfte im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen machen nicht nur in Pandemie-Zeiten einen unverzichtbaren Job. Mehr Gehalt fordert die IG BAU.

Bei der Bezahlung drohe den Beschäftigten ein herber Rückschritt. Davor warnt die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU. „Aktuell erhalten Reinigungskräfte mindestens 11,55 Euro pro Stunde – also weit mehr als den gesetzlichen Mindestlohn. Aber der wird schon im Oktober auf 12 Euro steigen. Passiert bis dahin nichts, würden Gebäudereinigerinnen dann mit dem absoluten Lohn-Minimum nach Hause gehen. Für die wichtige und fachliche Arbeit, die sie leisten, ist das eindeutig zu wenig“, sagt Harald Wulf.

Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Oberbayern fordert deshalb, dass Beschäftigte auch weiterhin „deutlich mehr als den gesetzlichen Mindestlohn bekommen sollen“ – und zwar mindestens 13,73 Euro pro Stunde. Eine konkrete Zahl, für die der Gewerkschafter klare Gründe nennt: „Der spezielle Branchenmindestlohn in der Gebäudereinigung lag bisher 1,73 Euro über der gesetzlichen Lohnuntergrenze. Das muss auch so bleiben. Nur wenn die Bezahlung weiter attraktiv ist, wird es Firmen gelingen, überhaupt noch Personal für die Branche zu finden“, so Wulf. Die IG BAU fordert, dass gleichzeitig die Einkommen für Fachleute – etwa in der Glas- und Fassadenreinigung – deutlich zulegen.

Tarifverhandlungen am 2. Juni

Auch mit Blick auf die Preissteigerungen komme es jetzt darauf an, dass die Beschäftigten ein kräftiges Lohn-Plus erhielten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erreichte die Inflationsrate im April mit 7,4 Prozent einen neuen Höchststand seit der Wiedervereinigung, schreibt die IG BAU in ihrer Mitteilung. „Menschen mit kleinem Geldbeutel wissen oft nicht mehr, wie sie bis zum Monatsende durchkommen sollen. Teure Energie und Lebensmittel machen gerade auch Reinigungskräften zu schaffen. Sie arbeiten oft in Teilzeit und müssen jeden Cent zweimal umdrehen“, kritisiert Wulf.

Bei der letzten Tarifverhandlung am 23. Mai habe der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks jedoch „nichts vorgelegt, was auf einen schnellen Tarifabschluss hoffen lässt“. Die Arbeitgeber sollten nach Ansicht der IG BAU ihre Offerte nun rasch aufbessern – um Ärger mit ihren Beschäftigten zu vermeiden. Unter dem Motto „Wir schwitzen nicht für Mindestlohn“ bereiteten sich Reinigungskräfte in der Region schon auf Protest-Aktionen vor. Die Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 700.000 Beschäftigten gehen am 2. Juni in Frankfurt am Main in die nächste Runde. red

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Abschied nach 28 Jahren
Bad Tölz - Wolfratshausen
Abschied nach 28 Jahren
Abschied nach 28 Jahren
Zusammenstoß zweier S-Bahnen bei Schäftlarn: Lokführer begeht laut Untersuchungsbericht zwei fatale Fehler
Bad Tölz - Wolfratshausen
Zusammenstoß zweier S-Bahnen bei Schäftlarn: Lokführer begeht laut Untersuchungsbericht zwei fatale Fehler
Zusammenstoß zweier S-Bahnen bei Schäftlarn: Lokführer begeht laut Untersuchungsbericht zwei fatale Fehler
Tödlicher Unfall: E-Bikefahrer (81) verunglückt bei Lenggries im steilen Gelände
Bad Tölz - Wolfratshausen
Tödlicher Unfall: E-Bikefahrer (81) verunglückt bei Lenggries im steilen Gelände
Tödlicher Unfall: E-Bikefahrer (81) verunglückt bei Lenggries im steilen Gelände
Stephanie Walberer gründet „Colorberry Art House“
Bad Tölz - Wolfratshausen
Stephanie Walberer gründet „Colorberry Art House“
Stephanie Walberer gründet „Colorberry Art House“

Kommentare