Stimmung stabilisiert sich

IHK-Konjunkturumfrage: Forderung nach Investitionsanreizen

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Immer weniger Unternehmen sind bereit zu investieren, etwa in High Tech-Maschinen, wie diesen Laserschneider für metallverarbeitende Betriebe. 

Landkreis – Die Stimmung der Wirtschaft im Oberland hat sich stabilisiert. Nach ihrer Talfahrt im Herbst 2019 ist der Konjunkturindex zu Jahresbeginn 2020 um sieben Zähler auf 127 Punkte gestiegen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern unter Unternehmen im Oberland. Die wirtschaftspolitischen Sorgen der Betriebe haben jedoch weiter zugenommen, was sich in den Investitionsplänen der Unternehmen widerspiegelt, die deutlich gedämpft sind.

Laut Umfrage sind die in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau ansässigen Unternehmen mit ihrer aktuellen Geschäftslage zum Jahresbeginn 2020 zufriedener als im Herbst vergangenen Jahres. Insgesamt ist jedes zweite Unternehmen mit seiner derzeitigen Geschäftslage zufrieden. Nur drei Prozent der Unternehmen äußerten sich unzufrieden. Positiver gestimmt sind die Betriebe auch mit Blick auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Während neun Prozent mit einer Eintrübung rechnen, geht fast jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) von einer Belebung seiner Geschäfte aus. Festzustellen ist, dass sich die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt wandelt. Das Geschäftsrisiko Fachkräftemangel wurde mit 48 Prozent an Nennungen deutlich niedriger bewertet als in den Umfragen zuvor (Herbst 2019: noch 57 Prozent). Im Vergleich mit den Umfragen aus den Vorjahren ist es die niedrigste Bewertung seit drei Jahren. Gleichzeitig wächst die Sorge der Unternehmen um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Mit 55 Prozent der Nennungen sehen darin so viele wie zuletzt zum Höhepunkt der Euroschuldenkrise 2012 ein Geschäftsrisiko. Die Unternehmen monieren die überbordende Bürokratie und schleppende Genehmigungsverfahren. Hinsichtlich der Investitionsbereitschaft sinkt die Zahl der dazu bereiten Unternehmen von 27 Prozent im Herbst auf jetzt 23 Prozent. Elf Prozent wollen weniger investieren. Auf Investitionen gänzlich verzichten wollen 13 Prozent. Das deutet auf eine schwache Investitionstätigkeit im Oberland hin. Reinhold Krämmel, Sprecher des IHK-Forums Region Oberland, fordert: „Es ist höchste Zeit, die Standortbedingungen für die Unternehmen wieder in den Blick zu nehmen und die Wettbewerbfähigkeit der Unternehmen zu unterstützen.“ Vor allem brauche es eine Wiederbelebung der Konjunktur. „Dafür müssen für mehr Investitionsanreize geschaffen werden“, so Krämmel. tka

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