Kein Einzelfall

Illegale Müllablagerung: Bürgerin entdeckt ausrangiertes Sofa mitten in der Stadt

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Sperrmüll auf der Straße: Hier entsorgte ein „Umweltsünder“ einfach seine ausrangierte Couch vor den Glascontainer an der Arzbacher Straße in Bad Tölz.

Bad Tölz/Landkreis – Beim Spazierengehen über Müll gestolpert: Eine DasGelbeBlatt-Leserin informierte die Redaktion über eine Müll-Sünde an der Arzbacher Straße in Bad Tölz. Leider kein Einzelfall. Denn immer wieder findet sich an den ehemaligen Wertstoffinseln fälschlich abgeladener Sperr- und Sondermüll an den hiesigen Glascontainern. Die WGV mahnt davor, denn: Es handelt sich dabei nicht nur um eine schamlose Umweltsünde, sondern auch um eine Ordnungswidrigkeit, die geahndet wird.

„Was sind das für Menschen?“, fragt sich Franziska Chandler aus Bad Tölz. Als sie jüngst am Stellplatz für Glascontainer an der Arzbacher Straße vorbeischlenderte, erblickte sie Erstaunliches: Dort hatte nämlich jemand eine ganze Couchgarnitur entsorgt. Direkt vor den bunten Glascontainern. Für Chandler sind dies einfach nur „Umweltsünder ohne Gewissen“ schreibt sie fassungslos in ihrem Brief an die Redaktion.

WGV-Chef Reiner Späth weiß um dieses Problem. Neben Sperrmüll – dazu zählt auch die gefundene alte schwarze Couch – finde sich oftmals auch Rest- und Verpackungsmüll vor den Glascontainern. Späth spricht von einem „buntem Sammelsurium“. Sogar alte Autobatterien seinen anderenorts schon aufgefunden worden.

Für die Leerung der Glascontainer im Landkreis ist die WGV zuständig, die Recycling GmbH vollzieht dabei die Dienstleistungsaufgaben der kommunalen Abfallwirtschaft für den Landkreis. Täglich ist laut Späth ein Mitarbeiter unterwegs, der die Glascontainer-Stellplätze auch kontrolliert. „In einer Woche kommt er im ganzen Landkreis herum“, so Späth weiter. Und dabei finde der WGV-Mitarbeiter „immer etwas“. Zwar sei es seit der Abschaffung der ehemaligen Wertstoffinseln „besser geworden“, meint Späth, aber gänzlich ist das Problem nicht aus der Welt. Wie berichtet, wurden früher oftmals auch die Wertstoffinseln missbraucht, dort türmten sich immer wieder Müllberge.

Für Späth ist der Fall klar: „Keine Verwechslung“ finde statt, sondern „Kosteneinsparung und Bequemlichkeit“ seien der jetzige Grund für die nicht ordnungsgemäßen Sperrmüll-Entsorgungen. Und dies, obwohl es sich dabei um eine Straftat handle. Das Abfallwirtschaftsunternehmen könne nämlich eine Verwarnung in Form von Bußgeld verhängen, erklärt Späth. Die Spanne reiche dabei von 50 bis zu 500 Euro. Die Krux: „Die Person muss auf frischer Tat ertappt werden.“ Nur das Autokennzeichnen, etwa von einem aufmerksamen Bürger notiert, reiche dazu nicht.

Als Sperrmüll gelte laut WGV „alles was für die Restmülltonne zu groß ist und zur Haushaltseinrichtung gehört.“ Zur Entsorgung biete die WGV zwei Möglichkeiten an: Erstens kann dieser selbst in Quarzbichl in Eurasburg oder am Entsorgungszentrum Am Vorberg in Greiling angeliefert werden. Die Selbstanlieferung ist zwei mal im Jahr möglich. Allerdings muss dafür ein Antrag gestellt und das ausgefüllte Formular per E-Mail, Fax oder Post an die WGV gesendet werden. Altmetall und Elektrogeräte können dagegen jederzeit ohne Formular kostenfrei angeliefert werden. Sowie Abfälle, die nicht unter Sperrmüll fallen. 

Die zweite Möglichkeit ist die Abholung: Bei einer Pauschale von 35 Euro. Auch dieser Antrag muss online gestellt und via E-Mail oder Post an die WGV gerichtet werden. Zu beachten ist hierbei, dass eine Terminvergabe zur Abholung laut WGV bis zu drei Wochen dauern kann. Den Abholtag nennt das Abfallunternehmen dann und schickt ihn zusammen mit der Rechnung an den Antragsteller zurück. Vorteil: Bei der Abholung müssen Betroffene nicht selbst zu Hause zu sein. Der abzuholende Sperrmüll wird am Vorabend unmittelbar an der Grundstücksgrenze bereitgestellt. 

Eigentlich einfach. Doch viele scheuen anscheinend diesen Aufwand, meint Späth. Aber die Mehrheit der Landkreisbürger ist vernünftig und entsorgt ihren Sperrmüll ordnungsgerecht, betont der WGV-Chef und ist froh darüber: „Es wäre ja furchtbar, wenn jeder seinen Sperrmüll einfach nur vor den Glascontainer entsorgen würde.“Daniel Wegscheider

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