Corona und die Jugend

Im Online-Meeting blicken die Geretsrieder Sozialarbeiter auf ein schwieriges Jahr zurück

Rudi Mühlhans
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Rudi Mühlhans ist der Geschäftsführer des Trägervereins.
  • Viktoria Gray
    vonViktoria Gray
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Geretsried – Bei ihrer jüngsten Online-Versammlung, haben die Vertreter des Trägervereins Jugend und- Sozialarbeit Geretsried auf vergangenes Jahr zurückgeblickt. Das coronabedingt stark beeinträchtigt war.

Im Rückblick haben die Mitglieder gesehen, „wie schnell sich die Dinge ändern können“, sagte Rudi Mühlhans. Der Geschäftsführer des Trägervereins Jugend und- Sozialarbeit (TVJA) Geretsried erinnerte sich an ein Bild von einer Veranstaltung Anfang März 2020 im Jugendzentrum, wo das Thema Abstand und Masken noch keins gewesen ist. „Was heute für uns Normalität ist, war damals noch unglaublich weit weg“, so Mühlhans weiter. Die Quintessenz aus dem Jahr 2020 ist für den Geschäftsführer klar: Erst im Rückblick werde bewusst, „was für Werte und Möglichkeiten es davor gegeben hat“. Das Zusammenkommen der Menschen sei virtuell eben nicht ersetzbar.

Online-Angebote auch weiterhin

In der Corona-Zeit wären etwa „wahnsinnig viele administrative Dinge angefallen“, wie Vorsitzende des Trägervereins Kerstin Halba ergänzte. Mühlhans Stellvertreterin und Schulsozialarbeiterin im Trägerverein Angela Heim merkte zudem an, dass das Hygieneschutzkonzept fortlaufend aktualisiert und an die aktuellen Regelungen angepasst werden muss.

Was die Online-Angebote angeht, will der Verein in Zukunft so viel wie möglich wieder in Präsenz machen. „Dort wo es nicht geht, steigen wir dann wieder auf das digitale Angebot um“, so Mühlhans. „Wir haben in diesem Bereich im letzten Jahr viel dazugelernt“, ergänzte TVJA-Vorsitzende Kerstin Heim. Ein Vorteil den die Online-Angebote mit sich bringen würden, wäre etwa, dass man eine höhere Reichweite erzielen könnte. Mühlhans erwähnte in diesem Zusammenhang, dass „die digitalen Umfragen, ein tolles Instrument“ gewesen sind. „Das wollen wir weiterhin so machen.“ Ebenso seien Zoom-Konferenzen für die Jugendarbeiter mittlerweile Standard. Trotzdem freuen sich die Mitarbeiter des Trägervereins wieder auf eine reale Mitgliederversammlung vor Ort.

Jugendarbeit galt anfangs nicht als außerschulische Bildung

Rückblickend auf das Jahr ärgerte sich Mühlhans vor allem darüber, dass sein Verein „in einer Reihe mit Bordellbetrieben genannt“ wurde. Weil die Jugendarbeit, so wie das genannte Etablissement, geschlossen bleiben musste. „Das hätte man differenzierter betrachten können“, betonte der Geschäftsführer weiter. Erst als die Jugendarbeit als „außerschulisches Bildungsangebot„ anerkannt wurde, durften die Einrichtungen Ende Mai 2020 wieder öffnen.

Grundsätzlich ist es vergangenes Jahr eher ruhig in den Jugendzentren zugegangen, schuld daran waren aber auch personelle Veränderungen. „Ein Grund sind auch die Zugangsbeschränkungen“, merkte Heim an. In den einzelnen „Einrichtungen werde derzeit sehr stark pädagogisch gearbeitet“, wie sie betonte. „ Da wird ganz viel aufgefangen über den Lockdown.“

Schwerpunktthema „TABU“

Für heuer ist wieder ein Schwerpunktthema angesetzt. Dieses heißt „TABU“ und steht für „Themen, über die man nicht spricht“, erklärte Heim. So sollen etwa Themen wie die weibliche Menstruation, Sexualität, gewaltfreie Kommunikation, Deeskalation in Konfliktsituationen oder gesunde Ernährung aufgegriffen werden. Offizielle Termine für diese Aktionen stehen aber noch nicht fest. „Solange die Situation so ist wie sie ist, muss man einfach langsam machen“, sagte Mühlhans.

Wie auch die Jahre zuvor habe der Trägerverein, was die Auflage des Jahresberichts angehe, sehr „ökologisch“ gewirtschaftet. „200 Stück gibt es insgesamt und 140 gehen im direkten Versand an alle Mitglieder“, erklärte Mühlhans. Außerdem werden die Berichte auch in den Einrichtungen ausgelegt. „Wer sich dafür interessiert kann auch einen in der Geschäftsstelle anfordern“, sagte Mühlhans. Auch online kann der Bericht eingesehen werden.

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