Bodenbeprobungen eingestellt

Ingenieurbüro sieht keine Schadstoffentwicklung am Golfplatz Bergkramerhof

Bergkramer Hof im Sommer: Seit 2014 verwendet Golfplatz-Betreiber Dr. Josef Hingerl dort keine Pestizide mehr.
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Bergkramer Hof im Sommer: Seit 2014 verwendet Golfplatz-Betreiber Dr. Josef Hingerl dort keine Pestizide mehr.

Wolfratshausen – Seit 1995 überwachte die Stadt durch turnusmäßige Bodenbeprobung sowie Gefährdungsbeurteilung für das Sicker- und Grundwasser die Schadstoffentwicklung auf der Golfanlage des Bergkramerhofs.

Nun beschloss der Stadtrat, diese Bemühungen einzustellen. 

Grundlage für die Beprobung war ein vor 27 Jahren geschlossener Vertrag. Darin verpflichtete sich der Grundeigentümer grundbuchamtlich, keine Pestizide, Herbizide oder Fungizide zu verwenden und die zugelassenen Düngemengen nicht zu überschreiten. Für die Fairways wurde die Düngung gänzlich ausgeschlossen. Zudem wurde der Stadt Wolfratshausen mit diesem Vertrag die Anspruchsgrundlage für die Probenentnahme verschafft, die turnusmäßig zu Lasten des Golfplatz-Betreibers Dr. Josef Hingerl erfolgt.

Auf Wunsch der Stadt wurden die Bodenproben dabei auch auf Stoffe untersucht, für die Kosten nicht weitergegeben werden können. Eine 2019 durchgeführte Untersuchung des Ingenieurbüros GHB Consult GmbH hat ergeben, dass sämtliche Ergebnisse deutlich unter den zulässigen Grenzwerten der Trinkwasserverordnung lagen und eine Gefährdung ausgeschlossen werden konnte.

Überwachung ergibt keine Gefährdung des Trinkwassers

Daraufhin empfahl das Unternehmen, die Untersuchung im Sommer 2020 nach gleicher Vorgehensweise, jedoch aus anderen Untersuchungsbereichen, zu wiederholen und ausgehend von diesem Ergebnis die Notwendigkeit eines weiteren Monitorings kritisch zu bewerten. Da hierbei erneut keine Gefährdung des Trinkwassers erkannt wurde, hält das Ingenieurbüro weitere Untersuchungen für nicht notwendig.

Insgesamt wurden seit 2015 rund 23.500 Euro für die Proben, Analyse und Gefährdungsbeurteilung ausgegeben. Dieses Geld kann sich der Golfplatzbetreiber Dr. Josef Hingerl nun sparen. Denn der Stadtrat beschloss einstimmig, die jährliche Bodenbeprobung und Gefährdungsbeurteilung auf der Fläche des Golfplatzes am Bergkramerhof einzustellen. Der alternative Beschlussvorschlag, nur noch alle fünf Jahre Bodenuntersuchungen durchzuführen, wurde abgelehnt. Dr. Hans Schmidt (Grüne) plädierte dennoch dafür, „den Druck auf den Golfplatzbetreiber aufrechtzuerhalten“ sowie „ab und zu mal nachzufragen“. Peter Herrmann

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