„Waldbrände nehmen zu“

Innenminister Joachim Herrmann besucht Feuerwehrschule

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (Mi.) zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried.

Geretsried/Landkreis – Rauchsäulen über Gran Canaria, Lübtheen (Mecklenburg-Vorpommern) oder dem Jochberg am Kochelsee: Bilder aktueller und zurückliegender Waldbrände verdeutlichen, wie wichtig frühzeitige Erkennung und Verhalten zur Bekämpfung einer Brandgefahr sind. Hierzulande hat der Bayerische Staat in den vergangenen Jahren rund 6,5 Millionen Euro in Wasser-Hochleistungspumpen, Tanklöschfahrzeuge für regionale Feuerwehren und neue Digitalfunkgeräte für die Luftrettungsstaffel Bayern investiert. Gut gerüstet ist auch die landkreiseigene Flughelfergruppe Wolfratshausen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmanns Worte gehen unter: Gerade noch hat er auf dem Gelände der Geretsrieder Feuerwehrschule „Freistadt“ Kameras entgegen gelächelt und in Mikrophone der Journalisten gesprochen, als es plötzlich laut wird. Rattern und Dröhnen kündigen einen tieffliegenden Polizeihubschrauber hinter einer Baumreihe auf dem Feuerwehrübungsgelände an, und bei Sichtkontakt lässt dieser dann eine Wasserfontäne frei. Die Fotografen knipsen im Dauerfeuer: Doch die Demonstration einer Feuerbekämpfung aus der Luft ging zu schnell vorüber.

Innenminister Joachim Herrmann besucht Feuerwehrschule

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © 
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © 
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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © 
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © 
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © 
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu Besuch bei der Feuerwehrschule in Geretsried. © dwe

Zweiter Anlauf: Ein Polizist lässt sein Funkgerät knacken und ordert den Hubschrauber ein zweites Mal vom Stützpunkt der Luftrettungsstaffel aus Königsdorf herbei. Ein paar Minuten später das gleiche Schauspiel, doch diesmal fluten die Wassermassen direkt vor den Nasen der Journalisten – freilich im sicheren Abstand zu sich und dem Minister – für optimale Foto- und Filmaufnahmen hernieder.

Zwei Punkte wurden dabei deutlich: Erstens wie schnell der Polizeihubschrauber erneut mit Wasser voll betankt wieder einsatzfähig war. Und: Wie genau dieser seine feuchte Ladung auf einen speziell an versierten Platz niederprasseln lassen kann. Einsätze, bei denen jede Minute zählt, und Leben retten können. „Das Risiko für Waldbrände nimmt zu“, mahnt Herrmann.

Optimaler Schutz dank Polizeihubschrauberstaffel und Feuerwehr-Flughelfergruppen

Die Zunahme der Waldbrände stieg in Bayern von 44 im Jahr 2017 auf 132 im Jahr 2018. Dennoch: Laut Innenminister Joachim Herrmann hatte Bayern im vergangenen Jahr trotz des sehr trockenen Sommers und des flächenmäßig großen Waldbestandes (2,6 Millionen Hektar) im Vergleich zu den meisten anderen (europäischen) Ländern wenige Waldbrände zu verzeichnen. Diese Aussage unterstrich auch Branddirektor Matthias Ott vom Bayerischen Staatsministerium: „Ich habe in Bayern noch nie ein Vollfeuer erlebt“, betont Ott, der seit 39 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist. „Der durchschnittliche Waldbrand in Bayern wird nicht größer als ein Fußballfeld“, so Ott.

Warnsysteme, Drohnen-Luftbilder, großer Vorrat an Löschwasser in den Gerätehäusern (bayernweit: acht Millionen Liter) und gute Straßen-Erschließung der Wälder führen laut Ott dazu, dass in Deutschland innerhalb von 15 Minuten nach einer Brandmeldung mit der Bekämpfung begonnen werde. „Da sind wir europaweit weit an der Spitze.“

„Ein wesentlicher Grund dafür sind neben den Luftbeobachtungen unsere aufmerksamen Bürger“, lobt der Innenminister. „Sie informieren rechtzeitig und schnell bei einer Feuer- oder Rauchentwicklung im Wald die Feuerwehr.“ Laut den Forstbehörden trage auch das Smartphone bundesweit einen Teil dazu bei: „Seit die Handys flächendeckend verbreitet sind, werden Waldbrände früher gemeldet“, berichtet Ott.

Doch die Frauen und Männer an der Feuerfront finden sich bei den regionalen Feuerwehren: Hier sei Bayern mit rund 320.000 engagierten Ehrenamtlichen „hervorragend aufgestellt“, berichtet Herrmann weiter. Und staatliche Feuerwehrschulen wie in Geretsried bieten dafür „moderne und realitätsnahe Übungsmöglichkeiten“ an. Sie sind die ersten am Einsatzort und können oftmals den „Waldbrand im Keim ersticken“. Denn Waldbrände werden in der Regel „vom Boden aus gelöscht“, so Herrmann. Hier unterstützen die staatseigenen Wasserfördersysteme: Die Fördermenge bei eingesetzten Pumpen beträgt bis zu 8.000 Liter pro Minute bei Brandeinsätzen.

Wie der Waldbrand am Jochberg in der Neujahrsnacht 2017 gezeigt hat (wir berichteten), benötigt es aber auch Hubschrauber: Gerade im alpinen Hochgebirge ist der Brandherd schwierig für die Feuerwehr zu erreichen. Daher setzt der Staat unterstützend Maschinen der Polzeihubschrauberstaffel ein. Ausgestattet mit einem Lasthaken können Löschwasserbehälter bis zu 5.000 Liter aufnehmen, um diese punktgenau über einem Waldbrand zu entleeren.

Wenn erforderlich, wird die Landespolizei im Waldbrandeinsatz von Hubschraubern der Bundeswehr unterstützt. Für eigenes zum Löschen eingesetzte Feuerwehrhubschrauber sieht Herrmann derzeit keinen Bedarf. Das Bundesland Bayern sei derzeit mit den Polizeihubschraubern und der engen Zusammenarbeit mit der Bundeswehr besser aufgestellt. „Damit können wir schnell reagieren.“

Taktisch koordiniert werden die Einsätze übrigens von den in Bayern an 17 Standorten verteilten Flughelfergruppen der Feuerwehren. „Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gibt es die Flughelfergruppe Wolfratshausen seit 32 Jahren“, berichtet deren Leiter Albert Metsch. Insgesamt sind seine 24 Flughelfer zwei bis drei Mal im Jahr im Einsatz.

So wie vor drei Wochen beim Brand am Grasberg bei Vorderriß, der wie berichtet durch einen Blitzeinschlag ausgelöst wurde. Metsch beschreibt Herrmann hierbei den typischen Ablauf seiner Truppe: „Wir haben dort sehr schnell und massiv mit der bayerischen Polizeihubschrauberstaffel Löschmaßnahmen ergriffen, damit aus dem Blitzschlag kein Waldbrand wird.“ Metsch informierte den Innenminister aber auch über die Brände am Schwarzenberg bei Kiefersfelden (Kreis Rosenheim) im vergangenen Jahr sowie den Großeinsatz am Jochberg: Dort „ging der Einsatz über mehre Tage bei Temperaturen um die Minus 15 Grad.“ Hier flogen zehn Hubschrauber rund 1,5 Millionen Liter Löschwasser den Berg hoch, „um das Feuer erfolgreich zu bekämpfen“. Auch Metsch bemerke hierbei eine „Häufung der Einsatzlagen in den letzten Jahren.“

Um auf die Gefahr aufmerksam zu machen, appelliert Herrmann an die Bürger: Insbesondere „in Trockenzeiten vorsichtiges Verhalten im Wald“ walten zu lassen. „Damit nicht aus Unachtsamkeit ein Waldbrand ausbricht.“ So wie es den zwei Wanderern damals in der Silvesternacht am Jochberg erging, als sie bei Trockenheit ein Lagerfeuer entfachten – und damit einen verheerenden Waldbrand entfachten – am Ende loderte es auf rund 100 Hektar Fläche (eine Millionen Quadratmeter). Zum Vergleich: Ein reguläres Fußballfeld (Standartfläche) umfasst nach den Regeln des Deutschen Fußball-Bunds: 7.140 Quadratmeter. Daniel Wegscheider

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