Innenminister Joachim Herrmann besucht Tölzer Übungshalle auf der Flinthöhe

Fünf Millionen Euro für Bergwachtzentrum

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Die vom Staat finanzierte Ausrüstung der Bergwacht wurde beim Besuch von Innenminister Joachim Herrmann (r.) durch den Bergwachtvorsitzenden Alois Glück (M.) und Geschäftsführer Gerhard Opperer (l.) vorgestellt.

Bad Tölz – Nicht nur auf den Bergen kann es kalt sein, auch im Bergwachtzentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz auf der Flinthöhe herrschen kühle Temperaturen. Für die Übungshalle auf der Flinthöhe sind im Doppelhaushalt 2013/14 des Landtags rund fünf Millionen Euro vorgesehen.

Da war der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann froh, dass er erst kürzlich einen warmen blauen Anorak mit der Aufschrift Polizei erhalten hatte. Den konnte er am Dienstag bei seinem Besuch im Tölzer Berwachtzentrum gut gebrauchen. Die anwesenden Bergwachtler, an ihrer Spitze ihr Vorsitzender Alois Glück, waren da von Haus aus mit ihrer rot-blauen Dienstkleidung besser ausgestattet. Herrmann hatte auch eine gute Nachricht parat: in den Jahren 2011 und 2012 investiert der Freistaat insgesamt 6,1 Millionen Euro und die Verbesserung der Ausstattung und Ausrüstung. Warum das notwendig ist, erläuterte der ehemalige Landtagspräsident Glück, lange schon Bergwacht-Vorsitzender, seinem Parteifreund und den Medienvertretern. Verändertes Freizeitverhalten der Bevölkerung und zunehmender Tourismus in den Alpen bedeuten für die Bergwacht Bayern eine stärkere Belastung. Leistungsfähigere Seilbahnanlagen befördern viele Erholungssuchende immer schneller auf Berggipfel, attraktive Berggaststätten locken mit Panoramablick. Trendige Sportarten ziehen Menschen in einst menschenleere Landschaften. Schneekanonen und Flutlichtanlagen verlängern die Skisaison sowie den Skitag, Zahlreiche Unfälle in Bikeparks und Halfpipes bedeuten neue Herausforderungen für die Bergretter. Hinzu kommt, wie Glück sagte, der wachsende Anteil älterer und mobiler Menschen mit immer mehr Freizeit. Die Folgen sind zunehmende Einsatzzahlen an Wochentagen. Auch macht sich der allgemeine Klimawandel bemerkbar, der gerade im Alpenraum vermehrt niederschlagsbedingte Schadensereignisse verursacht. Wie vielfältig die Bergwachtausrüstung ist, wurde beim Besuch Herrmanns unter der Führung durch Bergwacht-Geschäftsführer Gerhard Opperer eindrucksvoll unter Beweis gestellt: vom Ackja und der Gebirgstrage über geländegängige Fahrzeuge und Hubschrauber ist die Bergwacht für alle Eventualitäten gerüstet. Mit Seil und Klettergerät kann man in Bäumen notgelandete Gleitschirmflieger ebenso sicher zu Tal bringen wie Bahninsassen, die wegen Stromausfall oder Unfällen in Gondeln festsitzen. Immer wieder gilt es auch, Vermisste oder verunglückte Personen zu finden, hier helfen nicht nur Ferngläser und Hubschrauber, neuerdings kommen auch ferngesteuerte Drohnen und Modellflugzeuge aus eigener Herstellung in Einsatz, mit denen über einem Lawinenfeld Fotos geschossen werden können. Die helfen dann, Spuren der Vermissten zu finden. Stellvertretender Geschäftsführer Thomas Griesbeck bastelt selbst solche Fluggeräte und ist von deren Wirksamkeit überzeugt. „Wenn Vermisste in einem Latschenfeld mit brüchigem Schnee gesucht werden, ist es wichtig, dass da niemand darin herumtrampelt, sonst findet man keine Spur mehr. Hier helfen die Luftaufnahmen enorm weiter.“ Damit auch Feuerwehren, Wasserrettung und Polizei das „Bergwachtzentrum für Sicherheit und Ausbildung“ nutzen können, soll das an der Grenze zwischen Gaißach und Bad Tölz gelegene Gebäude in den kommenden zwei Jahren ausgebaut und optimiert werden. Es soll, so der Innenminister, zu einem „Kompetenzzentrum für die Luft- und Höhenrettung in ganz Bayern werden“. Dafür seien im Doppelhaushalt 2013/14, der im Moment im Bayerischen Landtag beraten wird, mehr als 4,9 Millionen Euro vorgesehen. Geplant ist der Einbau eines zweiten Hubschraubersimulators sowie eines Wasser- und Strömungsbeckens für die Wasserrettung, die Errichtung eines Trainingshauses für die Polizei sowie einer Einsatz- und Ausbildungszentrale für Übungszwecke. bo

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