Insolvenzverwalter soll Schadensersatzforderung gegenüber Freistaat geltend machen

Gläubiger stützen Hingerl

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Nach einer Gläubigerversammlung  beim Amtsgericht Wolfratshausen stand am Schluss ein einstimmiger Beschluss im Raum: Sieber-Insolvenz­verwalter Josef Hingerl soll den Freistaat notfalls auf elf Millionen Euro Schadensersatz verklagen.

Geretsried – Jetzt wird es ernst: Dr. Josef Hingerl, der im Fall der wegen Listerien in die Schlagzeilen geratenen Großmetzgerei Sieber eingesetzte Insolvenzverwalter, wird definitiv Klage gegen den Freistaat Bayern einreichen. Konkret geht es um elf Millionen Euro Schadensersatzforderung.

Am Donnerstagmorgen um 9 Uhr kamen einige Gläubiger im Amtsgericht zusammen, laut Hingerl waren die Gläubiger von knapp 60 Prozent der angemeldeten Insolvenzforderungen vertreten. Und die wurden nun umfassend über den Verfahrensstand unterrichtet. Zudem wurden die Geschehnisse eingehend erörtert, die letztlich zur für alle Beteiligten völlig unerwarteten Insolvenzeröffnung geführt habe. Die faktische Schließung des Unternehmens sei nach allen Erkenntnissen jedenfalls unverhältnismäßig und damit rechtswidrig gewesen, konstatierte Hingerl. „Es wurde bis zum heutigen Tag lediglich ein einziges Produkt der Firma Sieber gefunden, das wegen einer Listerienbelastung nicht verkehrsfähig war.“ Dieser Fund erfolgte bereits am 16. März 2016. In Abstimmung mit den Behörden sei dann die gesamte Charge zurückgerufen und der Herstellungsprozess überarbeitet worden. Sämtliche Nachproben seien unauffällig gewesen, so dass die zuständigen Behörden keine Einwände gegen die weitere Produktion dieses Produktes gehabt hätten. Laut dem Insolvenzverwalter wurden die Produktwarnung und der Auflagenbescheid auf einen Befund gestützt, der rechtlich von den zuständigen Behörden vollkommen falsch bewertet wurde (wir berichteten). In einer im Werksverkauf am 20. Mai 2016 entnommenen Produktprobe „wurde eine sehr geringe Listerienkontamination festgestellt, deren Menge unterhalb des messbaren Bereiches lag“, fasste Hingerl nochmals seine Untersuchungen zusammen. Hier gelte jedoch ein Grenzwert von 100 KbE/g (koloniebildende Einheiten pro Gramm), der aber nicht erreicht wurde. Wohl genau deshalb hat nun die Gläubigerversammlung einstimmig den Insolvenzverwalter beauftragt, eine Klage auf Schadensersatz gegen den Freistaat Bayern zu erheben. Der Insolvenzverwalter wird zunächst außergerichtlich eine Forderung von elf Millionen Euro geltend machen. Komm es zu keiner außergerichtlichen einvernehmlichen Regelung werde noch im Dezember die Klage beim Landgericht München I eingereicht. tka

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